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14.10.2008, in Zusammenarbeit mit Leipzig Fernsehen info tv Leipzig

Kultusminister eröffnet bundesweiten Wettbewerb im Leibniz-Gymnasium

Leipzig. Geschichten, Reportagen, Filme, Fotos und Audio-Beiträge rund um die DDR und die deutsche Teilung sind in einem bundesweiten Geschichtswettbewerb gefragt, den Kultusminister Roland Wöller (CDU) am Montag im Leibniz-Gymnasium am Nordplatz eröffnete.

„Die Mauer wurde von Alliierten gebaut“, „Honecker war Bundeskanzler“ – solche Aussprüche stammen von Schülern, wie jüngste Untersuchungen zeigen. Diese sind ein Beleg dafür, dass zumindest einigen Jugendlichen das Wissen um deutsche Geschichte fehlt. Um Lücken zu füllen, soll ein interaktives Bildungsportal die Schüler dort abholen, wo sie sich oft aufhalten: im Internet. Deshalb startete gestern in Leipzig der bundesweite Medienwettbewerb „Du schreibst Geschichte“.

„Wo Wissen fehlt, haben Extreme ein leichtes Spiel“, betonte Wöller. Um das zu verhindern, müsse die deutsch-deutsche Geschichte daher im Unterricht noch intensiver thematisiert werden. „In unseren sächsischen Lehrplänen haben wir dafür genug Platz. Es gibt zahlreiche Angebote in Form von Projekten oder Veranstaltungen, die den Schülern dieses Thema auf spannende Art und Weise näher bringen können“, betonte er. Dazu gebe es auch zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten für Lehrer, die ihre pädagogische Freiheit nutzen sollten.

Das Projekt, das von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und von der Robert-Bosch-Stiftung unterstützt wird, richtet sich vor allem an Schüler ab der 9. Klasse. Dabei legen die Initiatoren viel Wert darauf, dass beispielsweise das Leben in der DDR nicht auf das politische System reduziert wird. Was viele heute vergessen: Auch in der DDR gab es Familie, es wurde gelebt, geliebt, gelacht … „Es geht darum, nichts zu verklären, nichts unter den Tisch zu kehren, sondern sich sachlich mit Geschichte auseinanderzusetzen“, so der Kultusminister.

Als Anregung gibt es verschiedene Module für den Unterricht, die variiert eingesetzt werden können. „Mauer, Grenze und Flucht, aber auch Jugend und Schule sowie Urlaub und Reise sind Beispiele für solche Themen“, erläutert Markus Heidmeier von der Kooperative Berlin, die alles koordiniert. Dazu stehen jeweils Audio- und Videobeiträge, Dokumente, Arbeitsblätter und Aufgaben bereit, die kostenlos im Internet verfügbar und damit im Unterricht einzusetzen sind. Ergänzt wird alles um einen Online-Werkstattbereich mit konkreten Tipps, wie eigene Beiträge entstehen und letztlich publiziert werden können. Die Jugendlichen sind aufgerufen, Zeitzeugen wie Großeltern, Eltern, Nachbarn und Bekannte nach ihren Erfahrungen zu befragen.

Jeden Monat werden unter den Teilnehmern Preise ausgelost, unter anderem Bücher, DVDs und Eintrittskarten. Die ersten Preisträger, die besonders spannende Beiträge erstellen, sind dann im November 2009 zu einem mehrtägigen Seminar nach Berlin eingeladen.

Mathias Orbeck