Campus-Reporter begleiten Leipziger Hochschulangehörige und wollen herausfinden, was an ihnen und an ihrem Tun besonders ist.
„Wo die Hochschule glücklich ist“ heißt seit Jahren eine Rubrik auf der LVZ-Campus-Seite.
Claus Baderschneider
von der Hochschule für Telekommunikation ist am liebsten im Rosental - zusammen mit seinen Söhnen.
Tschüss, Prof!
– Professor im Ruhestand - das heißt: kein Verwaltungskram mehr, keine Lehrverpflichtungen, keine Prüfungen. Aber kann ein Wissenschaftler einfach so mit dem Forschen aufhören? Campus hat bei einigen nachgefragt.
Physiker Wolfgang Oehme
weiß schon jetzt, was er besonders vermissen wird: Die Arbeit mit künftigen Physiklehrern und Schülern - und seine Experimentierkästen.
Foto: Britta Veltzke
Chirurgie-Professor Christoph Josten kümmert sich neben der Uni um das Erbe Johann Sebastian Bachs.
Die Stiftung habe inzwischen eine Kapitalsumme von über einer Million Euro angehäuft, erklärt Pastor der Thomas Kirche Christian Wolff. Davon wurde unter anderem die Villa Thomana gekauft. Darin entsteht gerade ein musikalisches Bildungszen trum. Nach der Renovierung vermietete die Stiftung das Gebäude an die Stadt. Aus der Miete sowie den Zinsen werden die Projekte finanziert. Mit rund 20.000 Euro sei man dabei, meint Wolff, der als Vorstandsvorsitzender maßgeblich dafür verantwortlich ist, dass das Geld der Stifter so angelegt wird, dass die Musik Bachs nicht verstummt. Bester Beweis dafür ist das jährliche Bachfest, bei dem die Chorherren beispielsweise die Motetten finanzieren.
Die Idee der Chorherren ist alt. Sie hat aber außer dem Namen kaum mehr Ähnlichkeiten mit dem Wirken der Damen und Herren, die heute tief in die Tasche greifen. Im 13. Jahrhundert führten in Leipzig die ersten zwölf Chorherren (damals waren es wirklich nur Herren) ein bescheidenes Leben als Seelsorger. Gemeinsam lebten sie in einem Männerorden: dem Augustiner-Chorherren-Stift. Während an einigen Orten die Chorherren-Stiftungen bis heute Bestand haben, löste sich der Leipziger Orden mit der Reformation auf. Erst 2001 wurde die Stiftung „Chorherren zu Sankt Thomae" in Anlehnung an den Namen der alten klösterlichen Gemeinschaft neu gegründet.
Als Kind habe Christoph Josten Klavier spielen gelernt, erzählt er. „Fachmännisches Verständnis" von Musik habe er aber deswegen nicht. „Ich entscheide rein emotional, was mir gefällt und was nicht." Klassische Musik finde er entspannend und anregend zugleich. Er höre aber keine Musik im OP, wie es seine Kollegen teilweise täten. Auch ein passionierter Bach-Verehrer ist Christoph Josten nicht - im Gegensatz zu vielen anderen Chordamen und -herren, unter denen auch einige US-Amerikaner sind. Ein Bekannter habe ihn für die Stiftung begeistert. Sein Engagement bringe er für die Kultur und vor allem für die Stadt auf, die ihm ans Herz gewachsen sei, meint der gebürtige Saarländer. Das betont er immer wieder. Nachdem er in Kliniken „von West nach Ost" gearbeitet hat, lebt Christoph Josten nun seit 15 Jahren in der Bach-Stadt.
Die Autorin Britta Veltzke ist Mitglied der Lehrredaktion Campus, einem Gemeinschaftsprojekt des Studiengangs Journalistik der Universität Leipzig und der Leipziger Volkszeitung.