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Senatsbeschluss: Universität Leipzig steigt vorläufig aus dem CHE-Ranking aus
Raimund Groß
Foto: Volkmar Heinz
Die Universität Leipzig steigt vorläufig aus dem CHE-Ranking aus. Dies beschloss der Akademische Senat der Universität auf seiner Sitzung im Juli.
Die Universität Leipzig beteiligt sich nicht weiter am CHE-Ranking. Zumindest im kommenden Jahr will Deutschlands zweitälteste Universität nicht an dem vom Centrum für Hochschulentwicklung durchgeführten Hochschul-Ranking teilnehmen. Dies hat der Akademische Senat der Uni beschlossen und folgte damit einer Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Soziologie.
Im kommenden Wintersemester möchte das CHE (Centrum für Hochschulentwicklung) die Fachbereiche Geisteswissenschaften, Erziehungswissenschaft und Psychologie befragen. In der vergangenen Sitzung diskutierte der Senat der Universität Leipzig diese Anfrage und entschied sich zu einem Ausstieg auf Zeit. Rektorin Beate Schücking will zudem für ihre Position bei der Landesrektorenkonferenz und der Hochschulrektorenkonferenz werben.
Deutsche Gesellschaft für Soziologie fordert Ausstieg aller Soziologie-Institute
Die Methodik des CHE steht seit Jahren in der Kritik. Die Deutsche Gesellschaft für Soziologie forderte im Juni öffentlich „die soziologischen Institute dazu auf, nicht länger durch ihre Teilnahme an diesem Ranking den Eindruck zu erwecken, dass sie ein empirisches Vorgehen unterstützen, das die Soziologie aus fachlichen Gründen ablehnen muss“. So sei zum Beispiel die Reihenfolge in den Tabellen im Bereich der Lehre sehr stark von Studierendenbefragungen abhängig, „die durch schwache Rücklaufquoten, geringe Fallzahlen und eine ungeklärte Selektivität gekennzeichnet ist“.
Das CHE nahm diese Grundsatzkritik „mit Unverständnis zur Kenntnis“ und rechtfertigte die Notwendigkeit des Rankings Anfang Juli: „Die jährlich drei Millionen Besuche auf das kostenlose Onlineangebot zum Hochschulranking sprechen dafür, dass die sorgfältig erhobenen Informationen gebraucht werden“, so Professor Frank Ziegele, Geschäftsführer des CHE.
CHE-Ranking – Hilfe zur Orientierung
Das CHE evaluiert in einem dreijährigen Turnus Studienfächer von insgesamt 415 deutschen Hochschulen. Dazu zählen auch die Universität Leipzig, die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK), die Leipziger Hochschule für Telekommunikation und die Handelshochschule Leipzig (HHL). Seit 1998 ordnet es die Fächer in einer Tabelle an, seit 2005 wird diese jährlich im Zeit-Studienführer veröffentlicht. Ziel: Den Studienanfängern eine Orientierung geben, indem die Qualität der Hochschulstandorte in Forschung und Lehre verglichen wird.
Der Autor Raimund Groß ist Mitglied der Lehrredaktion Campus, einem Gemeinschaftsprojekt des Studiengangs Journalistik der Universität Leipzig und der Leipziger Volkszeitung.
© LVZ-Online, 30.08.2012, 14:58 Uhr