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Wettbewerb der Nachwuchsdirigenten in Leipzig - HMT-Studentin auf Platz zwei
Stefan Hantzschmann
Foto: Stefan Hantzschmann
Der Weimarer Student Justus Thorau (rechts) ist Sieger des Dirigierwettbewerbs.
Der Gewinner des fünften deutschen Dirigierwettbewerbs für Studenten heißt Justus Thorau. Der 25-Jährige setzte sich im Finale am Sonnabend an der Leipziger Hochschule für Musik und Theater (HMT) gegen drei Kontrahenten durch. An dem sechs Tage dauernden Wettbewerb nahmen 23 Studenten von 14 deutschen Musikhochschulen teil. Die HMT-Studentin Mirga Gražinytė-Tyla erreichte Platz zwei.
Justus Thorau durfte nicht nur die 1000 Euro Preisgeld mit nach Hause nehmen, sondern auch den mit 500 Euro dotierten Sonderpreis für die beste Interpretation eines neu komponierten Werkes, der von der Weimarer Liszt Stiftung vergeben wurde. „Für das Preisgeld werde ich mir Noten kaufen und Konzerte besuchen", sagte Thorau. Als Dirigent müsse er oft reisen; auch dafür sei das Geld gut angelegt. Thorau ist seit 2006 Dirigierstudent an der Weimarer Hochschule für Musik Franz Liszt. Vergangenes Jahr wurde er in das Dirigentenforum des Deutschen Musikrates aufgenommen. Er leitete bereits zahlreiche Konzerte in Deutschland wie im Ausland. Vom Badischen Staatstheater in Karlsruhe wird er regelmäßig als Solorepetitor engagiert und ist seit 2009 Dirigent des Studenten-Sinfonieorchesters der Katholischen Hochschulgemeinde in Freiburg im Breisgau.
Der gebürtige Berliner hatte die achtköpfige Jury mit seiner Interpretation des an der HMT uraufgeführten Werkes „Crise" des Leipziger Kompositionsstudenten Manuel Durao überzeugt. „Wir haben auch die Orchesterproben der vergangenen Tage bewertet und die beiden Preisträger kristallisierten sich dabei heraus", sagte HMT-Professor Ulrich Windfuhr. Dennoch sei den Juroren die Auswahl in allen Wettbewerbsrunden sehr schwer gefallen. „Alle 23 Studenten haben ihre Arbeit toll gemacht."
Von den zwei Leipziger Kandidaten schaffte es die aus Litauen stammende Mirga Gražinytė-Tyla ins Finale und wurde schließlich Zweitplatzierte. „Die Vorbereitungen auf diesen Wettbewerb haben mich sehr weit gebracht. Ich habe mit dieser wunderbaren Musik und diesem tollen Orchester gearbeitet; das hat mich sehr glücklich gemacht", sagte Gražinytė-Tyla nach der Preisverleihung. Die 25-Jährige erhielt neben den 500 Euro für den zweiten Platz auch den Sonderpreis des MDR-Sinfonieorchesters.
Der deutsche Hochschulwettbewerb Orchesterdirigieren wird alle zwei bis drei Jahre organisiert - jeweils in einer anderen Stadt. Wo der nächste stattfindet, sei noch unklar, sagte Professor Windfuhr. 2018 werde der Wettbewerb jedenfalls in Berlin ausgerichtet.
Der Autor Stefan Hantzschmann ist Mitglied der Lehrredaktion Campus, einem Gemeinschaftsprojekt des
Studiengangs Journalistik der Universität Leipzig und der Leipziger
Volkszeitung.
© LVZ-Online, 27.11.2011, 20:07 Uhr