21.05.2012 12:50 Uhr
 
Header Speacial Campus

Kontakt zur Campus-Redaktion

 
Sie möchten der Campus-Redaktion etwas mitteilen oder haben Fragen? Kontakt: campus@uni-leipzig.de
 

Ein Tag mit ...

 
Campus-Reporter begleiten Leipziger Hochschulangehörige und wollen herausfinden, was an ihnen und an ihrem Tun besonders ist.
Karla Fiedler ist technische Leiterin in der Grafischen Werkstätten der HGB. Sie gibt ihre langjährige Erfahrung als Schriftsetzerin an die Studenten weiter und steht ihnen bei Druckprojekten mit Rat und Tat zur Seite.
Wie andere Hochschulangehörige den Tag verbringen, lesen Sie hier .
 

CAMPUS SPECIAL: LIEBLINGSPLÄTZE

 
Claus Baderschneider im Rosental „Wo die Hochschule glücklich ist“ heißt seit Jahren eine Rubrik auf der LVZ-Campus-Seite. Claus Baderschneider von der Hochschule für Telekommunikation ist am liebsten im Rosental - zusammen mit seinen Söhnen.   
Weitere Lieblingsplätze der Studenten, Professoren und Mitarbeiter der Leipziger Hochschulen lernen Sie hier kennen.
 

Campus-Serien

 
Tschüss, Prof! – Professor im Ruhestand - das heißt: kein Verwaltungskram mehr, keine Lehrverpflichtungen, keine Prüfungen. Aber kann ein Wissenschaftler einfach so mit dem Forschen aufhören? Campus hat bei einigen nachgefragt. Physiker Wolfgang Oehme weiß schon jetzt, was er besonders vermissen wird: Die Arbeit mit künftigen Physiklehrern und Schülern - und seine Experimentierkästen.
 

Die Campus-Redaktion

 
CAMPUS ONLINE ist ein Projekt des Studiengangs Journalistik an der Universität Leipzig und der LVZ-Online-Redaktion.
Hier erfahren Sie mehr zum Projekt.
Unsere Redakteure vom Dienst sind:
Annegret Müller
Raimund Groß
Juliane Meißner
Felix Filke
Olivia Jasmin Czok
Kai Thomas
 

„Campus“ in der Leipziger Volkszeitung

 
Campus gibt es auch in der Printversion, alle zwei Wochen als Seite in der Leipziger Volkszeitung. Zum E-Paper ! Gebündelt sind die Seiten aus den zurückliegenden Semestern aber auch hier nachzulesen !
 

Leipzig:Live

 
Heute Abend noch nichts vor, aber Lust auf Party, Kino oder Theater? Alles, was in der Stadt geht, steht auf Leipzig-Live.com , dem Veranstaltungsmagazin der Leipziger Volkszeitung!
 

Magazin Campus L.E.

 
Jede Menge Infos rund um eure Universitätsstadt Leipzig und ihre Studenten.
                            Hier blättern!
 
Lehre + Forschung

Porsche-Werk statt Bibliothek – Diplomandin analysiert Produktionsabläufe

Christin Schoof hat die Bibliothek gegen das Porsche-Werk getauscht   Foto: Sebastian Münster Christin Schoof hat die Bibliothek gegen das Porsche-Werk getauscht
Wer seine Diplomarbeit in einem Unternehmen schreibt, kann dabei in und von der Praxis lernen. Und im Idealfall profitieren auch die Unternehmen von den wissenschaftlichen Erkenntnissen. Denn im Forschungsfokus stehen konkrete Lösungen. Seit Februar arbeitet Christin Schoof an ihrer Diplomarbeit und gleichzeitig an drei Tagen pro Woche im Leipziger Porsche-Werk.

Für ihre Abschlussarbeit hat die Studentin der Wirtschaftsmathematik Einblick in sensible Daten des Unternehmens erhalten. Ob Krankenstand, Stückzahlen aus der Produktion oder Reisekosten für Angestellte - Porsche gewährt ihr tiefe Einblicke. „Analyse von Instandhaltungsmodellen und Prüfung der Anwendung am Beispiel der Porsche Leipzig GmbH" lautet der etwas sperrige Titel ihrer Diplomarbeit. Wenn sie nicht gerade erforscht, wie noch effektiver, schneller und günstiger produziert werden könnte, ist Schoof in das „normale Tagesgeschäft" eingebunden. Das heißt sie arbeitet mit an Monatsberichten oder langfristiger Unternehmensplanung, stellt Daten zusammen und wertet diese aus.

Schoof weiß, dass die Möglichkeit, ihre Abschlussarbeit bei Porsche zu schreiben, etwas Besonderes ist. Eine Chance, um die sie ihre Kommilitonen vielleicht beneiden - und allemal eine willkommene Referenz im Lebenslauf. Für manchen Motorbegeisterten mag die Vorstellung, bei Porsche arbeiteten zu können, dem Traum von sechs Richtigen im Lotto ähneln. Nicht so bei Christin Schoof. Sie hat sich vor ihrem Praktikum kaum für Autos interessiert, gibt sie unumwunden zu. Das habe sich nun immerhin etwas geändert. Inzwischen hängt bei ihr zu Hause ein Porsche-Kalender. Und ihr Vater, ein Auto-Fan, sei besonders stolz auf sie. Man habe ihr im Werk auch angeboten, einmal in einem Porsche zu fahren, doch die Diplomandin, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Werk kommt, hat dankend abgelehnt: „Damit warte ich noch und bleibe erstmal Beifahrerin."

Seit September 2010 entstanden 15 Abschlussarbeiten im Leipziger Porsche-Werk 

Für ihre Arbeit im Betrieb erhält Christin Schoof rund 600 Euro im Monat von Porsche, doch ihre Erkenntnisse könnten dem Unternehmen helfen, langfristig weit mehr Geld einzusparen. Der Automobilhersteller erhofft sich einen wissenschaftlich fundierten Blick und praktisch nutzbare Ideen aus der Arbeit. Bei Porsche ist Schoof mit ihrer Diplomarbeit keine Ausnahme. 15 Abschlussarbeiten wurden seit September 2010 am Porsche-Standort Leipzig verfasst. Aber auch im Leipziger BMW-Werk entstehen nach Unternehmensangaben etwa fünf bis zehn Diplomarbeiten pro Semester. Vor allem technisches Know-how, aber auch Kenntnisse in Wirtschaftswissenschaften oder Mathematik sind in den Autowerken gefragt. Als einen „Beitrag zur Entwicklung von Fachkräften", gar einen „Dienst an der Gesellschaft" betrachtet die Leipziger BMW-Sprecherin Manja Ihle praktische Abschlussarbeiten, denen häufig Praktika vorausgehen.

Schon vor der Diplomarbeit kam Schoof für ein sechsmonatiges Praktikum zum Automobilhersteller. Die Planung mit den Studenten sei aufwändig, weil man anspruchsvolle Aufgaben mit konkretem Bezug zur Realität vergeben wolle, sagt Personalleiter Stefan Althoff. „Die Zielsetzung ist, konkret etwas herauszubekommen, was Porsche hilft", sagt der Betreuer von Schoofs Abschlussarbeit, Privatdozent Dr. Frank Heyde. Er lehrt derzeit an der Universität Halle-Wittenberg. „Es tut den Studenten, aber auch uns Wissenschaftlern gut, nicht nur im Elfenbeinturm zu sitzen", sagt der Diplombetreuer. In Betrieben verfasste Abschlussarbeiten seien ein „Praxistest" dafür, ob die theoretisch ersonnenen Modelle der Wirtschaftsmathematik tatsächlich anwendbar sind. Schließlich sei nicht die „Mathematik in Reinform" Hauptziel des Studiums, sondern die Fähigkeit, betriebliche Prozesse analysieren zu können. 

Schoof untersucht, ob auch die dritte Porsche-Reihe in Leipzig gebaut werden kann

Dies bekräftigt Porsche-Personalchef Althoff: „Wenn Maschinen stillstehen, etwa wegen Wartungen, geht wertvolle Zeit verloren und weniger Autos können produziert werden." Der gelernte Rechtsanwalt bemüht einen Vergleich: Es sei in der Produktion wie bei einem 24-Stunden-Rennen - nicht die Spitzengeschwindigkeit, sondern der laufende, möglichst reibungslose Betrieb sei entscheidend. Die Effizienz stehe im Mittelpunkt.

Der wissenschaftliche Sachverstand der Diplomandin soll und kann sich in Zukunft für den Autobauer Porsche lohnen. Schoofs Beitrag sei wichtig, um durchgehend störungsfrei produzieren zu können und die derzeitige Auslastung von etwa 98 Prozent zu halten, so Althoff. Die Diplomandin untersucht, ob dieser Wert gehalten werden kann, wenn in den nächsten Jahren eine dritte Baureihe in Leipzig produziert wird. Es sei im Interesse des Unternehmens, potenzielle künftige Berufsstarter so früh wie möglich mit den Abläufen vertraut zu machen, damit sie fit für künftige Aufgaben sind, so Althoff. Eine Garantie für eine spätere Anstellung sind Praktikum und Diplomarbeit bei Porsche freilich nicht, doch auf diese Weise bietet sich den Unternehmen die Möglichkeit, mit qualifiziertem Personal vor dem Berufseinstieg auf Probe zusammen zu arbeiten.

Dabei hat Schoof weniger mit PS und mehr mit nüchternen Zahlen zu tun. Die tägliche Arbeit mit den Zahlenkolonnen auf dem Weg zum Diplom, die Auswertung von Daten der vergangenen zehn Jahre in Excel-Tabellen sei mitunter auch anstrengend und „manchmal auch relativ eintönig", sagt Schoof. Aber im Grunde sei sie froh, nun mit greifbaren Zahlen statt mit abstrakten Variablen und theoretischen Gleichungen zu tun zu haben - in ihrem Fach keine Selbstverständlichkeit. „Ich kam an die Uni und hatte plötzlich nur noch Buchstaben vor mir", sagt sie rückblickend. Viele Kommilitonen haben inzwischen das Studium aufgegeben, Schoof nicht. Vielleicht hänge ihr Faible fürs Rechnen ja damit zusammen, dass sie laut familiärer Überlieferung „ungefähr in der 34. Generation" von Adam Ries, dem Vater des modernen Rechnens, abstammt, sagt die Diplomandin beiläufig und scherzt: „Meine Schwester hat aber weniger mathematisches Verständnis mitbekommen."

Für die Arbeit im Unternehmen sind andere Kenntnisse nötig als im Studium

Die im Studium gelegten Grundlagen und die mathematische Herangehensweise seien zwar wichtig, meint die 24-Jährige, doch seit sie bei Porsche ist, sieht sie ihr Studium mit etwas anderen Augen: Zwar könne sie erstaunlich viel im Studium Erlerntes nun praktisch anwenden, doch bei ihren Analysen im Unternehmen helfen die Grundlagen nur bedingt: „Theoretische Beweisführung brauche ich hier nicht. Ich finde es schade, dass das Studium nicht vorsieht, sich praktisch zu orientieren." Von den Angeboten der Betriebe komme bei den Studierenden nicht viel an. Ein Praktikum während ihres Studiums sei nicht vorgesehen, und nicht viele ihrer Kommilitonen machen ein Praktikum. Sie nahm sich für ihr erstes halbes Jahr bei Porsche ein Urlaubssemester. 

Ob und inwiefern praktische Erfahrungen neben dem Studium gesammelt werden, „das hängt sehr vom Engagement der Studierenden ab", meint Wirtschaftsmathematiker Heyde. Nach seiner Einschätzung sind Praktika während des Studiums „auf jeden Fall hilfreich und durchaus sinnvoll". Allerdings, so Heyde, seien solche praktischen Erfahrungen für angehende Wirtschaftsmathematiker kein Muss. Es gelinge in der Regel auch Studierenden ohne vorheriges Praktikum, den Übergang in die Praxis zu meistern. 

Auch für eine praxisnahe Diplomarbeit ist ein Praktikum kein Muss. So werden im Leipziger BMW-Werk Themen für Diplomarbeiten zum Teil gezielt ausgeschrieben. Häufig entstünden Ideen für Diplomarbeiten allerdings während eines Praktikums - so war es auch bei Christin Schoof und Porsche. Abschlussarbeiten und Praktika in Betrieben sieht BMW-Sprecherin Ihle als wichtigen Praxisaustausch. Man wolle Studenten die Möglichkeit geben, ganz konkret Praktisches zu lernen und den Berufseinstieg erleichtern. Ähnlich wird dies an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) bewertet. Dort gehören Praktika in vielen Studiengängen zum Curriculum, sagt Dirk Lippik, Referent für Forschung im Prorektorat für Wissenschaftsentwicklung. An der Uni dagegen hängt der Praxisanteil stärker von Fachrichtung und Eigenantrieb der Studenten ab. Christin Schoof bereut ihre Themenwahl nicht - auch wenn es noch viel zu tun gibt, bevor sie das wissenschaftliche Werk in gebundener Form in Händen halten kann.

 

Der Autor Jonas Wissner ist Mitglied der Lehrredaktion Campus, einem Gemeinschaftsprojekt des Studiengangs Journalistik der Universität Leipzig und der Leipziger Volkszeitung.

 
 
INHALTSVERZEICHNIS
Nachrichten Mitteldeutschland Brennpunkte Wirtschaft Vermischtes Wissenschaft Multimedia Infografiken Wetter Download Leipzig Citynews Polizeiticker BouL.E.vard Stadtteile Bildung Wirtschaft Schaufenster L.E. Region Bad Düben Borna Delitzsch Eilenburg Geithain Grimma Markkleeberg Markranstädt Schkeuditz Taucha Wurzen Kultur Kultur News Termine Tourkalender Musik News Musik Charts Kinoprogramm Kinostarts Kinocharts Belletristik-Charts Sachbuch-Charts Sport Regionalsport Fußball Radsport Formel 1 Tennis Handball Boxen Eishockey Golf Leichtathletik Reiten Segeln Basketball Wintersport
 
Ratgeber Rechner Finanzen Auto Bauen Wohnen Garten Ernährung Familie Lifestyle Gesundheit Multimedia Karriere Recht Reise Tiere Reise Gewinnspiel Veranstaltungsfrühling Mitteldeutschland Wandern & Radfahren Reisenews Urlaubstipps Hotelsuche Specials Themen Rund.Blick.Leipzig Gewinnspiele LVZ-Aktionen Werbespecials Partner Blogs Geschichten aus dem Hinterstübchen Großes Netz Kreis-Läufe Wichtig ist auf’m Platz Easy Reader V.I.P. - Vorsätzlich Indiskret & Persönlich Leipzig:Live Termine News Fotos
 
Video Top News Lokales Specials Nachrichten Sport Boulevard MDR Kino Auto Literatur Meist gesehen Foto Fotostrecken Fotoforum Rund.Blick.Leipzig Rund.Blick.Borna Rund.Blick.Delitzsch Rund.Blick.Region Shop Bücher/DVDs Mode Fotos Tickets Anzeigenmarkt LVZ-Immo LVZ-Job LVZ-Trauer Kfz-Markt Bekanntschaften Reisemarkt Sonstige Leserservice OSC Anzeigen-Service Online werben Abo-Service Probeabo bestellen AboPlus Prämienshop Zeitungsarchiv E-Paper