21.05.2012 12:56 Uhr
 
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Ein Tag mit ...

 
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Karla Fiedler ist technische Leiterin in der Grafischen Werkstätten der HGB. Sie gibt ihre langjährige Erfahrung als Schriftsetzerin an die Studenten weiter und steht ihnen bei Druckprojekten mit Rat und Tat zur Seite.
Wie andere Hochschulangehörige den Tag verbringen, lesen Sie hier .
 

CAMPUS SPECIAL: LIEBLINGSPLÄTZE

 
Claus Baderschneider im Rosental „Wo die Hochschule glücklich ist“ heißt seit Jahren eine Rubrik auf der LVZ-Campus-Seite. Claus Baderschneider von der Hochschule für Telekommunikation ist am liebsten im Rosental - zusammen mit seinen Söhnen.   
Weitere Lieblingsplätze der Studenten, Professoren und Mitarbeiter der Leipziger Hochschulen lernen Sie hier kennen.
 

Campus-Serien

 
Tschüss, Prof! – Professor im Ruhestand - das heißt: kein Verwaltungskram mehr, keine Lehrverpflichtungen, keine Prüfungen. Aber kann ein Wissenschaftler einfach so mit dem Forschen aufhören? Campus hat bei einigen nachgefragt. Physiker Wolfgang Oehme weiß schon jetzt, was er besonders vermissen wird: Die Arbeit mit künftigen Physiklehrern und Schülern - und seine Experimentierkästen.
 

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Lehre + Forschung

Riskante Ordnungen im Fokus verschiedener Wissenschaften

Der promovierte Politikwissenschaftler Daniel Schmidt koordiniert den Forschungsbereich "Riskante Ordnungen".   Foto: Sebastian Münster Der promovierte Politikwissenschaftler Daniel Schmidt koordiniert den Forschungsbereich "Riskante Ordnungen".
Der Begiff „Ordnungen" steht für viele Zusammenhänge. An der Universität Leipzig beschäftigen sich Juristen, Historiker, Sozialwissenschaftler, aber auch Physiker und Geologen mit „riskanten Ordnungen" (Contested Orders). Der Politikwissenschaftler Daniel Schmidt ist der Projektkoordinator dieses „profilbestimmenden Forschungsbereichs".

Herr Schmidt, unter dem Oberbegriff Contested Order arbeiten Wissenschaftler aus unterschiedlichen Disziplinen an - für den Laien - ganz unterschiedlichen Projekten. Hier die Ethnologin, die sich mit Nomaden befasst, andererseits Sie als Politikwissenschaftler, der sich mit demografischem Wandel als politische Ressource beschäftigt. Was hält die profilbildenden Projekte inhaltlich zusammen?

zum Thema Nomaden auf der Spur
Der Oberbegriff Contested Order hält einiges zusammen, es gibt aber auch große Fliehkräfte. Entweder man macht ein so großes Dach, dass sich jeder darunter wiederfindet - dann ist es aber nicht profilbildend. Und wenn der Begriff zu eng gefasst ist, dann sagen die Forscher vielleicht: Das ist mir zu politikwissenschaftlich oder zu historisch. Die Mitte dazwischen zu finden, ist eine große Schwierigkeit. Das gemeinsame Dach braucht immer ein Fundament, da kann sich der Fokus immer verändern.
Die Idee ist, auf Ordnungen abzuzielen - auf staatliche, auf wirtschaftliche, auf soziale. Nehmen Sie zum Beispiel das Projekt von Frau Professor Nippa: Wenn sesshafte und nomadische Ordnungen aufeinander treffen, kann das mehr oder weniger konflikthaft geschehen. Auch bei uns bildet sich - in anderer Form - ein modernes Nomadentum heraus, Mobilität wird zunehmend wichtiger. Das ist dann eine Frage, die nicht nur die Ethnologen interessiert. Innerhalb der Kooperationen gibt es auch Dynamiken, einzelne Drittmittelprojekte laufen aus, Neues wird gesucht.

Welche Vorteile bringt das gemeinsame Label?

Das dient zunächst der Darstellung der Forschungsleistung nach außen. Die Hochschulen stehen immer stärker im Wettbewerb, müssen sich profilieren. Eine Volluniversität wie die Leipziger kann es sich nicht leisten, nur einen profilbildenden Forschungsbereich zu haben. Da stellt sich immer die Frage: Wie kann man ein interdisziplinäres Profil entwickeln? Und nach innen eröffnet es verschiedene Blickwinkel auf dasselbe Phänomen und die Möglichkeit, zu interessanten Fragestellungen zu kommen. Das bringt Dynamik in die Forschung. Darauf sind auch Drittmittelprojekte zunehmend ausgelegt.

Woran arbeiten Sie im profilbildenden Forschungsbereich?

Ich bin zurzeit mit zwei Projekten beschäftigt: Das erste heißt „Right-wing youth violence preventing programmes" (Programme zur Prävention von rechtsgerichteter Jugendgewalt), es geht darum, wie der Staat auf Rechtsextremismus reagiert. Dabei hat sich herausgestellt, dass es ein Outsourcing auf zivilgesellschaftliche Initiativen gibt.
Das andere Projekt, „Die vergangene Zukunft Europas", wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert, die Publikation steht noch aus. Im Mittelpunkt steht der demografische Wandel als politische Ressource.

Wie sieht die Zusammenarbeit praktisch aus?

Auf der Ebene des gesamten profilbildenden Bereichs gibt es Statusworkshops, dort wird dann diskutiert. Im Sommersemester hatten wir erstmals eine Serie von Mittagsvorträgen, wo immer zwei Forscher aus unterschiedlichen Disziplinen referiert haben. Es läuft viel über Workshops und Konferenzen. Auch die Nachwuchsförderung ist dabei von Bedeutung. Gerade in den Sozial- und Geisteswissenschaften ist interdisziplinäres Arbeiten nicht selbstverständlich, da gibt es eine andere Wissenschaftstradition in Deutschland. Man muss das erst lernen.

Inwiefern profitieren die beteiligten Wissenschaftler von der interdisziplinären Zusammenarbeit?

Es eröffnet die Möglichkeit, zu interessanten Fragestellungen zu kommen. Etwa im Bereich der Politik, wo ich forsche, da haben sich drei große Blöcke herausgebildet: Politische Theorie, politische Systeme sowie Vergleichende Analyse politischer Systeme. Inzwischen haben sich die Gegenstände der Politikwissenschaft aber verändert, wir können zum Beispiel die Europäisierung nicht nur in einem Bereich fassen. Die Gegenstände rinnen den Disziplinen aus den Fingern. Interdisziplinarität kann helfen, da herauszukommen.

Der Autor Jonas Wissner ist Mitglied der Lehrredaktion Campus, einem Gemeinschaftsprojekt des Studiengangs Journalistik der Universität Leipzig und der Leipziger Volkszeitung.

 
 
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