Campus-Reporter begleiten Leipziger Hochschulangehörige und wollen herausfinden, was an ihnen und an ihrem Tun besonders ist.
„Wo die Hochschule glücklich ist“ heißt seit Jahren eine Rubrik auf der LVZ-Campus-Seite.
Claus Baderschneider
von der Hochschule für Telekommunikation ist am liebsten im Rosental - zusammen mit seinen Söhnen.
Tschüss, Prof!
– Professor im Ruhestand - das heißt: kein Verwaltungskram mehr, keine Lehrverpflichtungen, keine Prüfungen. Aber kann ein Wissenschaftler einfach so mit dem Forschen aufhören? Campus hat bei einigen nachgefragt.
Physiker Wolfgang Oehme
weiß schon jetzt, was er besonders vermissen wird: Die Arbeit mit künftigen Physiklehrern und Schülern - und seine Experimentierkästen.Die Idee des Schreibtischs kam von Studenten: In einem Seminar Rambows im Wintersemester 2010/11 entwarfen sie potenzielle Heizmöbel. Zwei Teilnehmerinnen, Isabell Bolte und Nicole Metzlow, entschieden sich für einen Schreibtisch. Wobei dieser Ausdruck vielleicht zu kurz gegriffen ist, denn eigentlich wurde ein zusammenbaubarer kleiner Raum daraus: Durch hohe Rück- und Vorderseiten, in die Heizvließ eingearbeitet wird, strahlt die Wärme auf die dazwischen sitzende Person. Auch in den Fußboden, in die Seitenteile und die Tischplatte wird die papierdünne Folie eingelegt. „Gefühlte 21 Grad Celsius" seien das Ziel, erklärt der wissenschaftliche Mitarbeiter Maximilian Trappe.
Das Heizvlies gibt Infrarotstrahlung ab, die einige Vorteile vereint, wie Ehlers erläutert: „Sie strahlt beim Einschalten sofort ab und wirkt in eine Richtung. Es entsteht Wärme dort, wo die Strahlung aufkommt: auf der Haut." Das bedeutet: Jenseits des Schreibtisches kann die Luft 14 Grad Celsius haben, zwischen den Holzwänden des Baus ist es dagegen wohlig warm.
Effiziente Heizung für Industriebauten
Da der Strompreis höher liegt als der für konventionelle Heizenergie, heizen die Möbel erst dann effizient, wenn sie so kompakt wie möglich sind und die richtige Menge an Energie nutzen. An diesem Maß tüfteln Rambow und die Mitarbeiter in den nächsten zwei Jahren. Das perfekte Versuchslabor gibt es dafür auch: Eine Etage in der Feinkost in der Karl-Liebknecht-Straße, in der HTWK-Studenten sich Arbeitsplätze eingerichtet haben [ MEHR ]. Die Studenten hatten die Idee sogar angestoßen, erzählt der 48-jährige Rambow. Denn in der ehemaligen Konservenfabrik gibt es keine Heizung. Auch ein Einbau wäre ineffizient - bei 300 Quadratmetern, die dann permanent warm gehalten werden müssten.
Ebenfalls von den Studenten kamen Verbesserungsvorschläge für den Prototyp des Schreibtisches. Sie wünschten sich, dass man im Sitzen über den Aufbau der Tischplatte gucken kann - denn nur so seien Gespräche möglich. Auch zusammenstellbar sollten die Möbel sein, weil das für Teamarbeiten wichtig ist. Im jüngsten Entwurf sind beide Punkte bedacht. Er steht zurzeit in einem kleinen Raum in der HTWK, von Sonne beschienen. Seine Vorgänger sind gerade zerlegt und weggeräumt - sie standen in der Feinkost, mussten jedoch für die erste Ausstellung in den Räumen weichen.
Präsentation bei „Designers Open" 2011
Dennoch: Zur Leipziger Ausstellung „Designers Open" im Herbst wird die Neuheit präsentiert. Der Heizschreibtisch soll nämlich nicht in einer Schublade verstauben, sondern auf den Markt kommen. Rambow sagt, er rechnet mit Verkäufen, wenn der Tisch am Ende zwischen 1.500 Euro und 2.000 Euro kostet. In Leipzig gebe es wahrscheinlich sogar Abnehmer: Hier werden einige ehemalige Industriegebäude alternativ genutzt - künftig dann womöglich nicht nur im Sommer oder in Decken eingepackt.
Die Autorin Julia Reinard ist Mitglied der Lehrredaktion Campus, einem Gemeinschaftsprojekt des Studiengangs Journalistik der Universität Leipzig und der Leipziger Volkszeitung.