Campus-Reporter begleiten Leipziger Hochschulangehörige und wollen herausfinden, was an ihnen und an ihrem Tun besonders ist.
„Wo die Hochschule glücklich ist“ heißt seit Jahren eine Rubrik auf der LVZ-Campus-Seite.
Claus Baderschneider
von der Hochschule für Telekommunikation ist am liebsten im Rosental - zusammen mit seinen Söhnen.
Tschüss, Prof!
– Professor im Ruhestand - das heißt: kein Verwaltungskram mehr, keine Lehrverpflichtungen, keine Prüfungen. Aber kann ein Wissenschaftler einfach so mit dem Forschen aufhören? Campus hat bei einigen nachgefragt.
Physiker Wolfgang Oehme
weiß schon jetzt, was er besonders vermissen wird: Die Arbeit mit künftigen Physiklehrern und Schülern - und seine Experimentierkästen.„Unsere Minimalforderung ist Stellenaufbau nicht Stellenabbau“, sagte Fachschaftsratsmitglied Alexander Bergmann. Dass nun gerade sein Institut geschlossen wird, kann Bergmann nicht verstehen. Seit kurzem seien alle fünf Professorenstellen besetzt, die Absolventenquote betrage 90 Prozent. „Daher sind wir entsetzt, dass es die Pharmazie in dieser Härte getroffen hat.“
Auch das Institut für Pharmazie reagierte empört auf Schückings Streichungspläne. In einer Mitteilung kritisierte das Dekanat der zuständigen Fakultät für Biowissenschaften, Pharmazie und Psychologie die Auswahlkriterien dafür. Schückings Konzept berücksichtige
Mit Transparenten und Trillerpfeifen zogen unterdessen die demonstrierenden Studenten in die Ritterstraße, dem Dienstsitz von Rektorin Beate Schücking. „Ihr denkt an Einsparungen. Wer denkt an uns?“, stand auf einem der Plakate. Kurz vor zehn Uhr zogen die Studenten in den dritten Stock des Gebäudes, wo Schücking Medienvertretern ihre Kürzungspläne unter dem Motto "Profilbildung unter Stellenreduktions-Zwang" vorstellte.
Kurz vor dem Beginn der Pressekonferenz trat die Rektorin vor die aufgebrachten Studenten und versuchte die Menge zu beruhigen. „Die Entscheidung in diesem Fall treffen nicht wir“, rechtfertigte sich Schücking und verwies auf die Sparpläne des Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst. Demnach muss die Universität in den nächsten drei Jahren 48 Stellen streichen; bis 2020 sollen es 170 sein. Die Demonstranten reagierten mit Fassungslosigkeit. Die Pharmaziestudenten erfuhren erst 30 Minuten vor der gestrigen Senatssitzung von der Institutsschließung. „Jetzt stehen wir vor dem Nichts“, rief ein Demonstrant Schücking zu.
Der Autor Conrad Ziesch ist Mitglied der Lehrredaktion Campus, einem Gemeinschaftsprojekt des Studiengangs Journalistik der Universität Leipzig und der Leipziger Volkszeitung.