Campus-Reporter begleiten Leipziger Hochschulangehörige und wollen herausfinden, was an ihnen und an ihrem Tun besonders ist.
„Wo die Hochschule glücklich ist“ heißt seit Jahren eine Rubrik auf der LVZ-Campus-Seite.
Claus Baderschneider
von der Hochschule für Telekommunikation ist am liebsten im Rosental - zusammen mit seinen Söhnen.
Tschüss, Prof!
– Professor im Ruhestand - das heißt: kein Verwaltungskram mehr, keine Lehrverpflichtungen, keine Prüfungen. Aber kann ein Wissenschaftler einfach so mit dem Forschen aufhören? Campus hat bei einigen nachgefragt.
Physiker Wolfgang Oehme
weiß schon jetzt, was er besonders vermissen wird: Die Arbeit mit künftigen Physiklehrern und Schülern - und seine Experimentierkästen.Doch hier ist nichts mit Holzfällerlook: Die Hemden sind knitterfrei, die Haare frisch geschnitten, die Körper darunter durchtrainiert. Der Kragen sitzt perfekt - so bekommt die Moritzbastei ein wenig den Charme eines Großraumbüros. Auch viele Frauen machen mit bei der Hemden-Schau. Ein Trend, der in den letzten Jahren von den College-Boys aus den USA herübergeschwappt ist, glaubt zumindest Christin Eitner, die Kommunikationswissenschaften studiert. Die Modemarken Hollister und Abercrombie & Fitch seien gerade voll angesagt. Die Marken stehen nicht für Bürokluft, sondern - so zumindest das Image, das der Hersteller verkörpern will - für Freiheit, Sport und eine Prise Romantik.
Vier Profs auf zwei Floors
Zurück zur Musik: Nach einer Stunde übernehmen Wirtschaftsprofessor Matthias Schmidt und Sportphilosoph Arno Müller das DJ-Pult. Junior-Professor Müller im Oberkeller vertritt eine andere Philosophie als sein Vorgänger Stiehler und setzt auf aktuellen Pop. Bei der Übergabe versuchen sich die Studenten der verschiedenen Fachrichtung gegenseitig mit Kreischen zu übertönen.
Für Schmidt im Unterkeller ist Funk und Soul angekündigt. Doch dann läuft auch Nirvana und ACDC. „Das kommt am geilsten an", sagt Schmidt. Recht hat er. Ganz der Entertainer, heizt er die Studenten ein, immer mehr tanzen auf der Bühne. Anschließend spielt er „Kompliment" von Sportfreunde Stiller. Kurze Zeit später läuft derselbe Song nochmal oben bei Professor Müller. Auch er gibt eine gute Figur als DJ ab - bei seinem Hitmix ist noch mehr los.
Heute mal keinen Fingertanz
Foto: Dirk Knofe
Musikalischer Geheimtipp des Abends: Biophysik-Professor Daniel Huster.
Die Kommunikationswissenschaftlerin Christin Eitner ist hingegen ein bisschen enttäuscht von der Musikauswahl der Professoren. Sie ist gekommen, um ihren Professor Stiehler zu sehen. „Doch so richtig rockig, wie angekündigt, war das gar nicht.". Eigentlich hätten alle Profs nur Mainstream gespielt.
In der Tat bleiben exotische Ausflüge in die Musikgeschichte aus. Die meisten Titel hätte man wohl auch bei einer Erstsemsterparty hören können. Prof. Huster war da noch mit Songs von Grandmaster Flash und Siouxsie and the Banshees der Geheimtipp des Abends. Aber darum geht es ja auch nicht bei Studentenpartys. Es wird in den engen Gängen gedrängelt und geschwitzt. Also: Bier austrinken, baggern, rumknutschen und dann schnell jemanden mit nach Hause nehmen - vielleicht sogar im passenden Karomuster.
Der Autor Martin Rank ist Mitglied der Lehrredaktion Campus, einem Gemeinschaftsprojekt des Studiengangs Journalistik der Universität Leipzig und der Leipziger Volkszeitung.