Zwischenruf
Sprachtest muss auf den Prüfstand
Sebastian Münster
Foto: Andreas Lamm
Sebastian Münster kommentiert
Ohne mindestens eine Fremdsprache ist heutzutage kaum ein Studium denkbar. In den meisten Fällen ist das Englisch. Vorlesungen und Seminare finden mehr und mehr in der lingua franca der Akademiker statt. Grund genug also, um Bewerbern einen Nachweis über ihre Sprachkenntnisse abzuverlangen.
Der Toefl-Test hat sich dahingehend etabliert - nicht nur als Ausweis hoher englischer Sprachkompetenz, sondern auch als Zulassungsvoraussetzung für viele Masterstudiengänge. Doch warum muss es eine Prüfung sein, die eine Menge Geld kostet und für die viele Studenten sogar reisen müssen? In Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern gibt es nach wie vor keine Testzentren. Zudem verlangen die meisten Hochschulen, wie auch die Uni Leipzig, zusätzlich zu Sprachzertifikaten wie Toefl sowieso noch eine bestandene Eignungsprüfung mit umfassendem Sprachtest. Der wird in Leipzig vom Institut für Angewandte Linguistik und Translatologie (IALT) durchgeführt. Warum reicht ein Testat vor Ort nicht?
Vergessen wird dabei auch, dass Toefl ein weltweit anerkanntes Testverfahren ist, um außerhalb Deutschlands zu studieren. Man sollte derartige Feststellungstests nur dort voraussetzen, wo sie auch sinnvoll sind: für ein Studium im Ausland.
Der Autor Sebastian Münster ist Mitglied der Lehrredaktion Campus, einem Gemeinschaftsprojekt des Studiengangs Journalistik der Universität Leipzig und der Leipziger Volkszeitung.
© LVZ-Online, 01.07.2011, 10:41 Uhr