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Karnevalsclub-Serie Teil 4: CCF – Der Sprössling unter den Leipziger Vereinen
Julia Wick
Foto: Verein
Die Jeckinnen Anne und Petra vom CCF mit dem Vereinsmaskottchen Firli.
Der CCF ist Leipzigs jüngster und kleinster Faschingsverein. Erst im März 1998 wurde er von acht begeisterten Narren gegründet. Für einen Großteil von ihnen war die Faschingswelt zu diesem Zeitpunkt keineswegs Neuland. Denn fünf der Gründungsmitglieder kannten sich bereits aus einer gemeinsamen Vergangenheit beim Connewitzer Fasching. Da es dort Vereinsintern aber nicht mehr so gut harmonierte, entschlossen sie sich, ihren eigenen Verein zu gründen.
Leichter gesagt, als getan. Zwar waren die Mitglieder sich in nun in allen wesentlichen Dingen einig und auch die Formalitäten schnell geklärt, aber leicht war die Anfangszeit dennoch nicht. „Es war sehr schwer! Uns mangelte es nicht an Ideen, aber im Grunde an allem anderen", erinnert sich Präsidentin Romy Franz. Der junge Verein hatte weder Geld, noch genügend Mitglieder oder ansprechende Kostüme. Zu dieser Zeit entstand aus der Not heraus eine Tradition, die die Firlefänzer noch heute pflegen: Club-Oberhaupt Romy Franz näht alle Kostüme der inzwischen 35 Mitglieder selbst.
Eine weitere Besonderheit des CCF ist seine Narrenfreiheit was die Spielstätten betrifft. Während die anderen Vereine jeweils zu einem Stadtgebiet gehören, reist der Club Firlefanz jede Saison quer durch die Stadt. „Wir haben vier feste Spielstätten: die Gartenfreunde Südost, das Kulturhaus Eutritzsch, die Friesengärten und das Restaurant Stottmeister in Stötteritz. Hinzu kommen unsere Vereinsräume in Böhlitz-Ehrenberg und der Fakt, dass man uns quasi für passende Räumlichkeiten buchen kann", erklärt Franz die umfangreiche Struktur des CCF. Diese Heimatlosigkeit sei nie ein Manko gewesen, sondern eher ein Privileg: „Wir kommen viel rum und fühlen uns einfach überall wohl", sind sich die Mitglieder einig, die auf all ihren Stationen immer ihr Maskottchen, den Biber „Firli", dabei haben.
Foto: Verein
Darf bei den Veranstaltungen des CCF nie fehlen: Die Stimmungspolonaise.
Inzwischen sind die Diskrepanzen mit den Connewitzern, aus denen der Verein ja gegründet wurde, im Übrigen vergessen. Die Vereine sind untereinander befreundet und der CCF ein fester Bestandteil der Leipziger Faschingslandschaft. „Unser Programm ist vielleicht ähnlich den Connewitzern, aber doch anders als alle anderen. Wir legen beispielsweise ganz viel Wert auf die sächsische Mundart und vermeiden Karneval mit rheinischem Beigeschmack", so die 47-jährige Präsidentin. Deshalb gibt es bei den Firlefänzern auch keinen festen Elferrat, keine Büttenreden und kein dreistündiges Programm.
Statt diesen „Rätätäs" setzt man hier auf mehrere kurze Programmeinheiten mit Tanzeinlagen zwischendurch sowie Interaktion mit dem Publikum und ein Moderator führt büttenrednerisch durch den Abend. „Der tritt jedes Jahr als eine dem Motto passende Figur vor die Besucher - dieses Mal als Schaffner." Denn im Jahr ihres 14-jährigen Bestehens geht der CCF auf Bahnreisen. Unter dem Motto „Mit Firlefanz geht's durch die Nacht, wir starten heute von Gleis acht!" bestreiten die Narren in dieser Saison insgesamt sechs Veranstaltungen. Die genauen Termine sowie weitere Informationen über den Verein finden Sie auf dessen Homepage: www.firlefanz-leipzig.de.
© LVZ-Online, 26.01.2012, 13:37 Uhr