News
Leilas Rede zur Saisoneröffnung 2011/2012
LVZ-Online
Foto: André Kempner
Leipzigs Karnevalsmaskottchen Leila mit dem symbolischen Rathausschlüssel.
Den 11.11., den gibt es jährlich, das ist klar
aber den 11.11.11 nur alle hundert Jahr.
Und deshalb ist dieser 11.11. heute,
etwas ganz besonderes, für alle närrischen Leute.
Um 11 Uhr 11 begann nun wieder die närrische Zeit
mit Frohsinn, Spaß und Heiterkeit.
Das närrische Volk ist angetreten
und spannt aufs Neue seine närrischen Fäden.
Es ist eine Zeit, in der man den Politikern wieder sagen kann
schaut euch doch endlich mal euern Bockmisst an.
Das Volk steht fast schon mit dem Rücken zur Wand,
es fehlt an Geld im ganzen Land,
leer sind die Sozial- und Rentenkassen
und deshalb ist es nicht zu fassen,
wie Frau Merkels –Wahnsinnsträume sprießen
und sich Milliarden in einen Rettungsschirm ergießen.
Die Regierung wirft das Geld in die Welt hinaus
Für‘s eigene Land da reicht‘s kaum aus.
Und so haben es auch in unserer Stadt
gar viele Menschen langsam satt.
Die meisten Straßen sind kaputt und verkommen,
im Drogenhandel hab´n wir in Deutschland die Spitze eingenommen,
bei der Kriminalität könn´ wir auf die Spitze noch hoffen,
dort werden wir nur noch von New York City übertroffen.
Die Grünanlagen in unsrer Stadt,
die Leipzig Jahrzehnte lang zum blühen gebracht,
sind verlottert und vergammelt,
Dreck und Müll sich dort ansammelt.
Die Verantwortlichen dafür laufen wohl neben den Schuh´n?
Mit einer Weltstadt hat das nichts zu tun!
Über den Tunnel mag ich gar nicht erst reden,
denn da lacht schon die Welt von Japan bis Schweden.
Die Krönung von allem, darauf könnte ich schwörn
die Stadt verkauft Grundstücke, die ihr gar nicht gehörn!
Bei all diesen Dingen, sagt selbst ihr Herren vom Rat
habt ihr das selbst nicht manchmal satt?
Könnt Ihr eigentlich selbst noch verstehn
was in dieser Stadt für Dinge geschehn?
Wir Narren arbeiten im Ehrenamt das ganze Jahr
und deshalb ist es nicht mehr hinnehmbar,
das Burghardt Jung ganz ungeniert,
uns von Jahr zu Jahr auf´s Neue ignoriert.
Unsere Arbeit, die will er wohl nicht sehen,
obwohl Tausende Leipziger zu uns stehen.
Rund 50 Veranstaltungen bringen wir Jahr für Jahr an die Pleiße,
der große Rosensonntagsumzug geht jährlich auf die Reise.
Unsere Arbeit und manche Rennerei,
geht dem OBM wohl am…….. Hintern vorbei.
Das ist ne Sache, die von uns keiner kapiert
und deshalb sage ich ganz ungeniert,
her mit dem Rathausschlüssel, es muss was geschehn
denn so kann es nicht weiter gehen.
Das meiste, was in Leipzig vorwärts geht,
selten in Verbindung mit dem Rathaus steht.
Neulich hatten wir ne Attraktion wie niergendwo
Das Opossum Heidi wohnte in unserem Zoo.
Alle Welt staunte und war von den Socken,
doch vor wenigen Wochen waren alle erschrocken.
Für viele war es schwer zu fassen,
die Beutelratte musste unsre Welt verlassen.
Doch die Krönung war, im zoologischen Haus
lag für ne tote Ratte ein Kondolenzbuch aus.
Da kann ich nur schmunzeln oder auch lachen
Selbst ne tote Ratte, kann man zu Geld noch machen.
Schön wäre ein Kondolenzbuch im Rathaus der Stadt,
wenn sie denn endlich einen toten Amtsschimmel hat.
Wenn frischer Wind dort durch die Zimmer weht
und es einfach miteinander vorwärts geht.
Wir Leipziger Narren sind dafür bereit,
und stehen nicht nur für Spaß und Heiterkeit.
Ich fordere den Schlüssel zum Rathaus, in dieser 11ten Stunde
und verbreite hier die närrische Kunde:
Auch in Leipzig regieren ab jetzt die Narren
Und wir werden einiges besser machen!
Helau
Text: Reiner Ihle (CC-AS)
© LVZ-Online, 11.11.2011, 15:45 Uhr