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Leipziger Karnevalsvereine Teil 5: CCM bringt den Rheinischen Frohsinn nach Mölkau
Julia Wick
Foto: Verein
Bei den Abendveranstaltungen des Carneval Club Mölkau (CCM) geht es hoch her.
Es war im Herbst 1982 als sich eine Hand voll faschingsbegeisterter Narren in Leipzig Mölkau zusammen fand und die Gründung eines Karnevalvereins beschloss. Wie die bisherigen Serienteile von „Die Narren sind los - Leipziger Karnevalclubs im Fokus“ gezeigt haben, schien das zum damaligen Zeitpunkt ein regelrechter Trend gewesen zu sein. Dennoch oder vielleicht gerade deswegen versuchten auch die Mölkauer so zeitig wie möglich, ihre Nische im Leipziger Faschingswesen zu finden. „Wir haben deshalb von Anfang an auf den klassischen rheinischen Sitzungskarneval gesetzt“, erklärt Claudia Peter, amtierende Präsidentin des Vereins. Mit traditionellen Büttenreden, einem tüchtigen Elferrat und jede Menge versteckter Spitzen wollten fortan auch die Mölkauer den unzähligen und strengen Vorschriften der DDR-Regierung durch Spaß als Hobby zumindest ein bisschen entgegen wirken.
Was mit einer nur kleinen Gruppe Narren anfing, hat sich inzwischen zu einem fest etablierten Verein mit aktuell 45 Mitgliedern entwickelt. Seiner Linie, dem Karneval rheinischer Art, ist der CCM bis heute treu geblieben. „Allerdings gehen unsere Sitzung keinesfalls sechs Stunden, wie das im Original ja oft der Fall ist“, beteuert Peter, die selbst schon Gast bei derartig langen Sitzungen in Mainz war. Diese seien aber selbst ihr als ausgesprochener Närrin zu viel des Guten gewesen. Weil sie als junges Mädchen gemeinsam mit ihren Klassenkameradinnen tanzen wollte, trat sie dem Verein bereits im Gründungsjahr bei und tanzte im Kinder- und Jugendballett. Tanzen tut sie immer noch, allerdings inzwischen bei der Frauen-Showtanzgruppe, hinzu kam vor sechs Jahren das Amt der Präsidentin.
Doch die Ambitionen, die sie und ihre Freundinnen in der Jugendzeit hatten, vermisst sie heute bei den jungen Generationen. „Wir haben leider ein Nachwuchsproblem: Es gibt eine tolle Kindertanzgruppe im Verein und eine Frauentanzgruppe. Die Sparte der Jugendlichen ist sehr schwach vertreten“, so Peter. Aber auch neue Männer seien gern gesehen. Seit die Herren des ehemaligen Männerballetts ihren Dienst abgetreten haben, wünsche man sich in Mölkau nun endlich auch wieder ein paar mutige Männer, die den Verein dahingehend bereichern. "Sie wären die neuen Stars im Programm." Stars in einem Programm, was laut Peter immer mit dem Anspruch geschrieben wird, die Leute mit Niveau zu unterhalten. „Freilich wissen wir, dass wir uns als Laien und Narren mit keiner Leipziger Funzel und keiner Pfeffermühle gleichsetzen können, aber dennoch versuchen wir jede Saison aufs Neue in Richtung einer kabarettistischen Abendgestaltung zu gehen“, erläutert Claudia Peter. Soll heißen: Auf viel nackte Haut und ewige Witze unter der Gürtellinie wird beim CCM verzichtet.
Foto: André Kempner
Auch beim jährlichen Leipziger Rosensonntagsumzug ist der CCM mit einem eigenen Wagen dabei (Archivfoto 2009).
Dies wird sich auch im Programm der aktuellen Saison spiegeln. Die Mölkauer, die auch diese Saison noch einmal in ihre Ausweichspielstätte – dem Wirtshaus am Monarchenhügel in Leipzig-Meusdorf – einladen, feiern diesmal unter dem Motto: „Lebst du noch oder kaufst du schon?“ Die Karten für die Abend-Veranstaltungen am 4., 11. und 18. Februar sind bereits schon zu 80 Prozent ausverkauft. Wer dabei sein möchte, sollte also nicht mehr allzu lange zögern.
Weitere Informationen rund um den CCM finden Sie auf
dessen Homepage
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© LVZ-Online, 02.02.2012, 15:51 Uhr