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Leipziger Karnevalsvereine Teil 3: Mit dem PCC in die Kindheit zurück
Julia Wick
Foto: Verein
Die Akteure vom Portitzer Carneval Club.
Es war im Jahr 1985 als sich drei Portitzer endlich ein Herz fassten. Enttäuscht von den bisherigen trostlosen Faschingsveranstaltungen, die lediglich aus, Musik, Tanz und ohne jegliches Programm bestanden, wollten sie den Karneval in ihrer Region endlich richtig aufleben lassen. Gesagt – getan machten sich die Initiatoren Günther Beer, dessen Frau Margitta und Wolfgang Bartsch auf die Suche nach tatendurstigen Mitwirkenden und begannen mit der Planung für den ersten tatsächlichen Fasching in Portitz. Und das mit erstaunlichem Erfolg: Nachdem die Portitzer erst einmal auf den Geschmack gekommen waren, verkauften sich die Eintrittskarten wie von selbst. Sogar so schnell, dass sie es zeitweise nicht einmal auf den offiziellen Markt schafften. „Trotz unserer jährlich fünf Veranstaltungen, waren die Karten immer sofort weg, man kam quasi nur über ein Mitglied heran“, beschreibt der amtierende Vereins-Präsident Markus Heyne die damalige Situation.
Der 35-Jährige kam vor 19 Jahren zum Portitzer Carneval Club, quasi zu dem Zeitpunkt, als aus der Faschingsbegeisterten Meute ganz offiziell endlich ein eingetragener Verein wurde. „Damals wurden noch Saalpolizisten für die Veranstaltungen gesucht, die ein bisschen beim Requisiten-Umbau helfen und auf Ordnung achten sollten – und da wurde ich gefragt“, erinnert sich der Vereinschef. Von da an ging er die Verein-Karriereleiter steil entlang über die Jugendgruppe, die zur Boygroup reifte (jetzt eigentlich Männer sind), den Elferrat bis hin zum Geschäftsführer. Denn in diesem Titel sehen die Portitzer neben der Bezeichnung Präsident eine weitere Facette ihres Vereins, der mindestens ebenso Firma ist: „Bei über 130 Mitwirkenden geht es wirklich oftmals wie in einem Unternehmen zu, jeder braucht seine Aufgaben, alle sollten sich an Richtlinien halten und Entscheidungen müssen im Team getroffen werden“, lässt Heyne in die interne Struktur blicken. Besonders wichtig ist den Portitzern die Gleichberechtigung, weshalb im Elferrat auch vier Damen Platz gefunden haben. „Das hilft unwahrscheinlich und weitet das Sichtfeld des Rates enorm!“
Das Allerwichtigste aber ist, dass alle Spaß an der Freude haben, denn genau aus diesen Intensionen wurde der Verein Mitter der 80er Jahre unter anderem von Günther Beer ins Leben gerufen. Dieser ist im Übrigen noch immer als Ehrenpräsident in der „Portitzer Faschingsfamilie“ tätig.
Foto: Verein
Auch für die Funkengarde gilt: Das Allerwichtigste ist, der Spaß an der Freude.
In diesem Jahr widmen sich die Portitzer Narren im Übrigen dem Motto: „Lasst uns noch mal wie Kinder sein, wir hauchen Comics Leben ein!“ und laden all ihre Gäste zu einer Reise in ihre jungen Jahre ein. Im Vordergrund stehen dabei die Comicstars der Stunde null, also die ganz alten. „Uns ist aufgefallen, dass diese bei vielen Gästen schon in Vergessenheit geraten sind – das wollen wir auffrischen!“ Besonders interessant dürfte da der auch in diesem Jahr wieder stattfindende, traditionelle Wettbewerb um das schönste Kostüm. Und entgegen der Anfangsjahre, gibt es inzwischen natürlich auch Karten für alle öffentlich zu erwerben. Zu lange sollten Interessenten allerdings trotzdem nicht warten, da für manche Termine keine oder im Glücksfall schon wieder nur noch Restkarten vorhanden sind.
Alle Veranstaltungen sowie nähere Informationen zum diesjährigen
Programm und den Verein allgemein gibt es auf der Homepage des PCCs:
http://www.pccimweb.de/
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© LVZ-Online, 19.01.2012, 15:22 Uhr