Er ist das Urgestein des Leipziger Faschings, der älteste aller lokalen Vereine. Bereits 1973 entstand im Leipziger Eiskeller, dem heutigen Conne Island, nach einem ausgelassenen Tanzabend die Idee zur Gründung eines Narrenclubs. „Zu dieser Zeit war den jungen Gründungsmitgliedern einfach klar geworden, dass der Fasching in der DDR die Veranstaltung für kritische Meinungen schlechthin war, nirgendwo sonst konnte man schöner Spitzen loslassen“, erklärt Präsident Michael Franke. Mit ihrer Idee, den Karneval endlich auch nach Leipzig zu bringen, waren sie zu diesem Zeitpunkt noch allein, doch der Zuspruch des Publikums zeigte, dass sie einen Nerv der Zeit trafen. „Wir hatten immer vier oder fünf Veranstaltungen, die alle immer restlos ausverkauft waren. Es schlug wirklich ein wie eine Bombe.“ Über 400 Gäste erwartete der CCC zu jeder seiner Abendveranstaltungen.
Doch nach den fulminanten Anfangszeiten gab es für den Verein auch schwierigere Tage. Alleine was das Finden einer geeigneten Heimatstätte betraf, gab es einige Höhen und Tiefen. Nachdem sie den Eiskeller verlassen mussten, zogen sie zunächst für zwei Jahre nach Markkleeberg. Doch weder da, noch im darauffolgenden Domizil in Marienbrunn konnten sie sich wirklich wohl fühlen.
Erst Mitte der 90er Jahre zogen sie „mit Pauken und Trompeten“, dem eigenem Schnaps „Narrenwasser“ und lauter Musik endlich wieder nach Connewitz. Und zwar in die Bowlingbar Regenbogen in der Arno-Nitzsche-Straße.
Im dortigen Saal können sie auch heute noch zu jeder ihrer Veranstaltungen knapp 200 Gäste empfangen. Aber auch auswärts sind die Narren vom CCC gerne unterwegs und nur auf drei bis vier Monate Faschingssaison beschränken können und wollen sie sich auch nicht. „Uns gibt es im Grunde das ganze Jahr. Wir sind überall zuhause und kommen auch gerne zu privaten Festen. Außer auf Beerdigungen haben wir schon überall gespielt, getanzt und gefeiert!“
Trotz der zahlreichen Vereinsgründungen, die nach den Connewitzern in der Stadt Anfang der 80er Jahre folgten, hat der CCC seinen Stand bewahrt – und das bis heute. Zurückzuführen ist dies laut Präsident Michael Franke unter anderem auch auf die besondere Note des Connewitzer Faschings. „Karneval ist bei uns keine sture Büttenredenfabrik, sondern vielmehr eine große Party!“ Hin und wieder die Integration des Publikums in lustige Interaktionsspiele, bei denen es so tolle Preise wie alte Vinyl-Schallplatten zu gewinnen gibt, und regelmäßige Programm-Pausen zum Tanzbein schwingen seien feste und wichtige Punkte im Abendprogramm. „Wichtig ist die Mischung zwischen einzelnen traditionellen Elementen und den aktuellen Bedürfnissen im Publikum“, so der 50-jährige Vereins-Chef, den der Club genau mit diesem Programm selbst eingefangen hat. Erst jahrelang nur Gast auf den Veranstaltungen der Connewitzer gewesen, ist er in das Vereinsleben einfach so reingerutscht und nicht wieder davon los gekommen. Seit 20 Jahren ist er nun an der Spitze des CCC und besetzt gleichzeitig noch den Posten des Regionalvertreters für den Regierungsbezirk Leipzig beim Verband Sächsischer Carneval (VSC).
In der aktuellen Saison feiern Franke und seine Narren unter dem Motto „Airport Connewitz“ – eine Anspielung auf die alte DDR-Interflug-Maschine, die der Betreiber der Bowlingbahn erstanden hat, um sie als besonderes Gastronomie-Event anzubieten. „Wir haben das Flugzeug jetzt immer vor unserer Nase und da haben wir gedacht, dass wir auch mit unseren Faschingsgästen quasi einmal abheben müssen.“ Zudem wären die aktuellen, kalten Temperaturen optimal für einen Trip in die wärmende Sonne in der Ferne – „auch wenn es nur gedanklich ist!“ In diesem Sinne findet die nächste Abendveranstaltung des CCC mit Flugzeug-originalem Tomatensaft und jeder Menge attraktiver Stewardessen am 18. Februar in der Bowlingbar Regenbogen statt.
Tickets dafür sowie alle weiteren Informationen rund um den Verein gibt
es online auf dessen Homepage:
www.connewitzercarnevalclub.de
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