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Leipziger Karnevalsvereine Teil 8: Keine Panik auf der „Didanic“ der Floddn Sohlen
Julia Wick
Foto: André Kempner
Der Umzugswagen der Floddn Sohlen, aufgenommen während der Leipziger Rosensonntagsumzuges 2011.
Wenn am kommenden Sonntag wieder dutzende geschmückte Wagen im Konvoi des Leipziger Rosensonntagsumzuges durch die Innenstadt ziehen, werden sie unter Garantie wieder auffallen. Acht Meter lang, zweieinhalb Meter breit und knapp vier Meter hoch – so die bloßen Fakten ihres Gespanns, mit dem sie im wahrsten Sinne in der Masse nicht unterzugehen drohen. Denn auch in diesem Jahr führen „De Floddn Sohlen“ wieder ihr größtes Erkennungsmerkmal vor: ihre selbstgebaute „Didanic“.
Es war in der Faschingssaison 2005/06 als eine Gruppe vernarrter Tanzliebhaber der Tanzschule Seifert „eine wahrhaftige Schnapsidee“ in die Tat umzusetzen begann. „Für einen Programmabend der Tanzschule hatten wir eine Titanic gebastelt – und nach einem geselligen Abend waren wir alle auf einmal hellauf von der Idee begeistert, mit dieser zwei Mal um den Ring zu fahren“, erinnert sich Steffen Hoffmann von den Sohlen. Sofort lag die Idee nahe am Rosensonntagsumzug teilzunehmen. Doch bei der Anmeldung stellten sie fest, dass die Teilnahme weitaus günstiger ist, wenn sie nicht als Anhänger der Tanzschule, sondern als eigenständiger Verein dabei wären. „Problem war nur, dass keiner von uns eine Ahnung von Vereinsgründungen hatte!“ Aufhalten konnte die Hobbytänzer dies aber nicht und so begannen sie zunächst einmal sich Gedanken über einen Namen zu machen. Einig waren sie sich darin, dass die Komponenten des Tanzens und der Schifffahrt (aufgrund der Titanic-Idee) auf irgendeine Weise vereinigt werden sollten. „Mehr durch Zufall kamen wir darauf, dass man zum einen ‚flott‘ auf dem Parkett unterwegs sein kann aber es zum anderen auch die ‚Flotte‘ gibt. Das Ganze dann zusammen in unser geliebtes Sächsisch übertragen – fertig war unser perfekter Name“, erklärt Vereinsgründungsmitglied Hoffmann.
Mit neuem Namen und als lose Vereinsgemeinschaft starteten die zwölf närrischen Tänzer nun ihr Großprojekt Wagenbau, denn die bisherige Requisite der Tanzschule konnte so unmöglich als Gefährt für die Parade dienen. Europaletten, Holzreste, Pappe, Schrauben und Nägel – die Erbauer der „Didanic“ sammelten brauchbare Utensilien jeder Art und ließen Stück für Stück auf einem alten DDR-Zwei-Achsen-Anhänger ihre Arche entstehen. „Ich weiß nicht, wie viele Monde Arbeit wir in unser Schiff gesteckt haben, aber es hat sich gelohnt!“ Denn was als „Hirngespinst“ entstanden war und lediglich „aus Gaudi“ für eine einzige Teilnahme am Umzug genutzt werden sollte, fährt am kommenden Sonntag bereits zum siebten Mal durch die Straßen der Messestadt.
Foto: André Kempner
Steffen Hoffman vom Verein De Flodden Sohlen aus Leipzig.
Wie für viele Vereine ist der Leipziger Rosensonntagsumzug auch für die Floddn Sohlen der Höhepunkt der Saison. Denn dies ist der Tag, an dem sich die einzelnen Vereine als Teil eines großen Ganzen sehen können. Gerade für einen Club von nur einem Dutzend Mitgliedern sei dies wichtig. „Es ist wirklich nicht immer leicht als so kleine Gruppe im Leipziger Karneval irgendwas zu reißen. Dennoch engagieren wir uns so oft wie nur möglich für die Narretei und mit den klatschenden Zuschauern des Umzuges am Straßenrand werden wir dafür belohnt!“ Und um vom Applaus auch dieses Mal wieder möglichst viel abzubekommen, machen sie sich – wenn schon nicht durch hohe Mitgliederzahlen – eben anders bemerkbar. „Unsere Musik ist laut, unser Wagen bunt, unser Programm lustig und wir sind einfach spitze drauf“, kündigt Hoffmann mit breitem Lächeln und voller Vorfreude an.
Alle Infos zu den Floddn Sohlen gibt auf deren Homepage unter:
www.defloddnsohlen.de
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© LVZ-Online, 17.02.2012, 13:03 Uhr