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Rette sich, wer kann
Ulrike Witt
Foto: André Kempner
Zwei alte Damen in Bestform: Ines Engert und Jana Kratz (rechts).
Zwenkau. Der Wirt des „Waldesgrün“, Kay Valtin, kam am Samstagabend mit dem Zapfen kaum nach. Der Elferrat des Carneval Clubs Zwenkau (CCZ) hatte zum Auftakt der 58. Saison in sein Stammlokal geladen. Und die Zwenkauer ließen sich nicht lange bitten.
Für zünftige Stimmung sorgten wie jedes Jahr die Zwenkauer Trotzköppe. Als Bürgermeister Holger Schulz (CDU) und seine drei Musikerkollegen den Zwenk’schen Karnevalshit „Auf der Kegelbahn nachts um halb Eins, ob Du ein Mädel hast oder keins“
schmetterten, griffen sich Tischnachbarn beherzt unter die Arme. Schunkeln war bei Jung und Alt angesagt.
Bis das Traumpaar des Zwenkauer Karnevals – der Heilige Laurentius und Putzfrau Trude – die Bühne betrat. Und was wären die Elferratssitzungen ohne die närrischen Urgesteine Suntina Rabich und Hardy Wolf. In Kittelschürze und Oma-Hausschuhen übernahm Trude die Lufthoheit über dem Waldesgrün-Stammtisch. Der europäischen Finanzkrise sei dank, kam Bewegung ins Publikum. 50 Euro machten die Runde und die Erkenntnis, wenn jeder nur meckert und keiner was tut, wird’s auch nicht besser. Apropos: „I’m Singing in the rain“ – passender hätte der Titel, den sich die CCZ-Kindertanzgruppe für ihren Regenschirm-(Rettungs-)tanz ausgesucht hatte, wohl kaum sein können.
Ein weiterer Höhepunkt des Abends war Jana Kratz. Die Hobby-Kabarettistin stieg nach sechs Jahren Abstinenz mit Narrenkappe und roter Pappnase in die Bütt. Und auch sie kam an der Finanzkrise nicht vorbei. Aber Kratz bewies Mitgefühl mit den gebeutelten europäischen Nachbarn. Sie hatte einen Tipp für den gerade zurückgetretenen Silvio Berlusconi: „Wenn alle Stricke reißen, Bunga-Bunga gibt’s nicht nur in Italien, sondern auch in Deutschland bei der Hamburg-Mannheimer.“
CCZ-Präsident Matthias Kirmse freute sich über die gelungene Elferrats-Premiere. Am Freitag hatte es schon eine gegeben: Rathauschef Schulz stieß mit den Kappenträgern um 11.11 Uhr im „Waldesgrün“ auf das Jahrhundertereignis 11.11.11 an. Natürlich mit Pilsner. Schließlich wurde das laut Kirmse am 11.11.1842 erstmals ausgeschenkt. Wer darauf auch sein Glas erheben will, kann das am Samstag ab 20 Uhr im „Waldesgrün“. Dann findet dort die zweite Elferratssitzung statt.
© LVZ-Online, 13.11.2011, 17:38 Uhr