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Karnevalsclub-Serie Teil 2: Von der Wiege bis zur Bahre – 30 Jahre "Garneval" in Grünau
Julia Wick
Foto: Verein
Weihnachten und Silvester liegen zurück und mit Beginn des neuen Jahres geht es rasant auf die fünfte Jahreszeit zu. Dass auch Leipzig mittlerweile zu einer kleinen Hochburg der Faschingsfreunde geworden ist, zeigt die Vielzahl an etablierten Vereinen. In der LVZ-Online-Serie „Die Narren sind los – Leipziger Karnevalclubs im Fokus“ stellen wir Ihnen jede Woche einen anderen lokalen Narrenverein vor. Im zweiten Teil der Serie geht es um den einzigen Leipziger Faschingsverein, der kein „K“ im Namen trägt: den GGG.
Auf diese etwas skurrile Besonderheit in der Namensgebung ist man beim „Grünauer Garnevals Glub“ tatsächlich ein bisschen stolz. Schließlich würde so die Heimatnähe und Liebe zum Sächsischen sofort auf den ersten Blick deutlich. Denn trotz des bisher nun bereits 30-jährigen Vereinsbestehens hat keines der Mitglieder die ersten Schritte vergessen. Am Anfang stand eine Frau – und zwar eine Garderobenfrau. Monika Meißner saß Anfang der 80er Jahre allabendlich an der Jackenabgabe der Konsum-Gasstätte „Lindenhof“ in Grünau. Hin und wieder wurde hier eine Faschingsveranstaltung angepriesen, die sich bei Teilnahme jedoch lediglich als Abend mit einer Tanzkapelle entpuppte. Die „garnevalslustigen Grünauer“ zeigten sich darüber alljährlich enttäuscht und bekundeten ihr Leid immer wieder Monika Meißner. Silvester 1981/82 fasste sie sich schließlich ein Herz, so konnte es nicht weitergehen, die Grünauer sollten ihren richtigen Karneval bekommen. Zielstrebig ging sie auf einige Herren zu und überredete diese, Teil eines Elferrates zu werden. Einer von ihnen war der spätere bekannte Leipziger Büttenredner Rüdiger Tauer, der als Gründungsmitglied bewirkte, dass bald darauf aus dem lockeren Rat ein fester Verein wurde.
Foto: Verein
Heute zählt der Club 50 Mitglieder, kommt mit Tanzgruppen aber auf 100 Mitwirkende. Diese unter einen Hut zu bekommen ist nicht weniger leicht, als die laienhaften Anfänge des Vereins. Besonders, wenn intern so viel Wert auf Demokatie gelegt wird, wie beim GGG. „Jeder hat natürlich seine eigenen Ideen und Vorstellungen, wie die jeweilige Saison aussehen könnte – wir versuchen immer alle mit einzubeziehen und gleichzeitig ein vollständiges Chaos zu vermeiden“, lacht die amtierende Präsidentin Verena Hesse, die seit 2001 Mitglied im Verein und im Übrigen auch als Garderobenfrau eingestiegen ist: „Das hat der Verein wohl so an sich.“ Ebenso, wie er es an sich hat, dass all seine Mitglieder es kaum ohne den Faschingswahnsinn aushalten. Getreu dem Motto „Nach der Saison ist vor der Saison“ juckt es den Narren spätestens zwei, drei Wochen nach dem Aschermittwoch wieder in den Fingern, das neue Programm zu planen. Und in diesem Jahr gab es da besonders viel zu planen, denn der GGG feiert seinen 30. Mit „Gägs, Gaggsch und Gaudi“ soll am 10. März zur großen Geburtstagsfeier mit zahlreichen Gästen angestoßen werden.
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„Doch auf großartige Präsente und Geschenke möchten wir verzichten“, erklärt Präsidentin Hesse. Da auch keine 100 Vereinsmitglieder das essen und trinken können, was es zu solchen Jubiläen an Gaben regnet, habe sich der Club für einen anderen Weg entschieden. „Statt Geschenke bitten wir unsere Gäste einiges an Kleingeld mitzubringen. Dieses wird gesammelt und soll anschließend dem Verein ‚Clowns & Clowns‘ aus Leipzig gespendet werden.“ Wie auch der GGG selbst, kümmert sich dieser Verein um Menschen, für die das tägliche Leben ohne die Hilfe von Mitmenschen nicht möglich ist. „Diese Clowns vermitteln Kindern, Senioren und behinderten Menschen in schweren Zeiten neuen Lebensmut und Frohsinn – und das sind doch auch die Ziele des Narrentums“, erklärt der Verein.
Nebst der großen Geburtstagsfete bestreiten die Grünauer in diesem Frühjahr gleich zehn eigene Veranstaltungen und nehmen außerdem auch noch am Rosensonntagsumzug des FKLK teil. Auch das Motto der diesjährigen Saison hat sich dem Jubiläum entsprechend angepasst. „Von der Wiege bis zur Bahre: Fasching, Fez und Formulare“ – spielgelt den Werdegang des GGG bis heute wieder. Mehr zum Verein und zu den genauen Terminen finden Sie auf der Homepage:
www.gggev.de
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© LVZ-Online, 11.01.2012, 16:26 Uhr