SG Leutzsch
Offensiver Tempofußball: SG Leutzsch will sich in der Landesliga nicht verstecken
Matthias Puppe
Foto: Dirk Knofe
In diesen Trikots werden die Spieler der SG Leipzig-Leutzsch in der Landesliga auflaufen.
Leipzig. Hinter der Sportgemeinschaft Leipzig Leutzsch liegen wahrhaft turbulente
Wochen. Am 31. Mai wurde der Fußballclub ins Vereinsregister aufgenommen, einen
Tag später bestätigte der Sächsische Fußballverband den Übergang der
Jugendmannschaften vom verendeten FC Sachsen zum neuen grün-weißen Verein –
inklusive eines Startplatzes in der hiesigen Landesliga. Die Suche nach
Spielern und einem erfahrenen Übungsleiter begann. Mitte Juli konnte Coach Dirk
Havel dann sein Team erstmals zum Training aufs Feld führen. Gerade einmal vier
Wochen später folgt der Moment der Wahrheit: Die SG Leipzig Leutzsch tritt am
kommenden Samstag beim SV Merkur 06 Oelsnitz zum ersten Punktspiel der Vereinsgeschichte
an – ein wahrhafter Schnellstart.
„Wir freuen
uns natürlich, dass es am Samstag los geht. Aber etwas mehr Zeit zur
Vorbereitung hätte ich mir schon gewünscht“, sagte der vom FC Oberlausitz
Neugersdorf nach Leutzsch gelotste Trainer am Donnerstag gegenüber LVZ-Online.
Fünf Testspiele mit durchweg positivem Ausgang liegen hinter dem 37-Jährigen,
unter anderem gelang den Grün-Weißen am Mittwoch ein überraschend klares 6:0
gegen die aufstrebenden Bezirksliga-Fußballer der SG LVB. Havels Mannschaft
scheint trotz kurzer Zeit zusammen gefunden zu haben. „Man darf das aber nicht
überbewerten, alle Spiele waren gegen unterklassige Gegner“, wiegelt der
Trainer ab.
Mit Blick auf
den nahenden Punktspielauftakt ist Havel trotzdem nicht bange, denn der
Teamgeist ist da: „Die Stimmung im Team ist richtig gut, die Zusammenstellung
aus jungen und älteren Spieler passt, die Charaktere harmonieren miteinander.“
Die Erfahrenen im Team, wie der zuvor beim 1. FC Lok und FC Sachsen kickende
René Ledwoch, zeigen nach Angaben ihres Coaches wahre Führungsqualitäten: „Die
erziehen die Jungs richtig, loben aber auch mal“, berichtet Havel. Zudem lässt
sich auch sportlich Positives vermelden: Seine Spieler sind in der Lage, sehr
schnellen Fußball zu spielen, sagte Havel. Gegenüber der mit bekannten Namen,
aber auch viel Erfahrung gespickten Konkurrenz könnte das durchaus ein Vorteil sein.
Havel sieht deshalb auch keinen Grund, dass sein Team sich in den kommenden
Monaten hinten rein stellen und mehrheitlich Tore verhindern sollte. „Nein, auf
keinen Fall. Wir werden offensiven Fußball zeigen.“
Eine Prognose,
welchen Tabellenplatz die SGLL am Ende der Saison einnehmen könnte, will der
schon Mitte der 1990er Jahre im Leutzscher Fußball als Spieler Aktive trotzdem
nicht abgeben. „Die Liga ist wirklich extrem stark. Ich denke, wir haben nicht
den Anspruch oben mitzuspielen, aber auch mit dem Abstieg werden wir nichts zu
tun bekommen.“ Das Hauptaugenmerk der SGLL in ihrer ersten Landesliga-Saison
liege auf einer Etablierung des jungen Teams. „Die Spieler freuen sich darauf,
den Zuschauern etwas zurückzugeben“, sagt Havel. Schon bei allen Testspielen
seien Hunderte Kiebitze dabei gewesen. „Die Spieler spüren die Euphorie,
merken, dass die Fans mit Herz und Seele dabei sind“, weiß Havel zu berichten.
Ein paar von den aus den Fanreihen des verblichenen FC Sachsen stammenden
Anhängern werden am kommenden Samstag sicher auch den Weg zum Spiel gegen den SV Merkur Oelsnitz finden. „Ohne den Gegner künstlich aufbauen zu
wollen: Die haben eine wirklich gute Truppe zusammen“, sagt der Leutzscher
Trainer über den Aufsteiger aus der Bezirksliga. Ein Sieg der SGLL beim SV
Merkur sei deshalb nicht Pflicht: „Ich denke, wir können hier auch mit einem
Unentschieden gut leben.“
© LVZ-Online, 04.08.2011, 18:40 Uhr