Wissenswertes
Bärlauch ohne Bauchschmerzen genießen
Armin Barz
Foto: dpa
Achtung beim Pflücken! Hohe Verwechslungsgefahr mit der Herbstzeitlose.
Bärlauch hat sich als schmackhaftes Küchenkraut in den vergangenen
Jahren durchgesetzt. Das frische Kraut wird für Kräuterquark, als Suppe
oder im Salat verwendet. Aufgrund dieser Beliebtheit zieht es immer mehr
Menschen in den Wald, um das Lauchgewächs ganz frisch zu ernten. Doch
dabei ist höchste Vorsicht geboten: Der beliebte Bärlauch hat
gefährliche Doppelgänger, bei dessen Verzehr mehr als nur Bauchschmerzen
drohen.
Die vielen Sammler, die jedes Frühjahr ausschwärmen um das beliebte Wildkraut mit dem intensiven Knoblaucharoma zu pflücken, sollten sich der Verwechslungsgefahr immer bewusst sein. Der Bärlauch und die Herbstzeitlose wachsen vor allem an Waldrändern oft dicht nebeneinander und sehen sich sehr ähnlich. Die Gefahr ist groß, beim Pflücken daneben zu greifen und ein giftiges Pendant zu erwischen. Auch das Aussehen des Maiglöckchens kommt dem des Lauchs sehr nahe und es können neben Bauchschmerzen auch Herzrhythmusstörungen auftreten.
Wenn der selbstgepflückte Bärlauch einen bitteren Geschmack mit sich trägt und etwa eine Stunde nach dem Essen ein Brennen und Kratzen in Mund und Rachen hervorruft, sollte man sofort einen Arzt aufsuchen. Der Genuss der Herbstzeitlosen kann gesundheitlich besonders schlimme Folgen haben. Schon ein Blatt der giftigen Pflanze löst Bauchweh, Übelkeit, Durchfall und Erbrechen aus.
Wie erkennt man nun den "echten" Bärlauch? Die einzige Möglichkeit, die verschiedenen Pflanzen auseinanderzuhalten, ist der Geruchstest. Ein Blatt der Pflanze vorsichtig zwischen zwei Fingern reiben, um den Geruch zu erkennen. Entfaltet sich der typische Knoblauchduft des Küchenkrautes, liegt der Sammler in der Regel richtig. Die Herbstzeitlose und das Maiglöckchen haben dieses Aroma nicht. Doch Vorsicht: nach dem Geruchstest des Bärlauchs haftet der Geruch noch eine ganze Weile an Fingern und Händen. Somit wird ein Erschnuppern der giftigen Herbstzeitlosen mit der Zeit unmöglich. Eine Irreführung der Nase. Dazu sollte man niemals vom Waldrand pflücken, sondern mitten in ein wildes Bärlauchfeld hineingehen. Dort ist die Wahrscheinlichkeit geringer, die Herbstzeitlose zu finden.
Unser Tipp: Besser kaufen als pflücken!
© LVZ-Online, 21.02.2011, 09:35 Uhr