WM in Dresden
„Es war ein Riesenfest für uns" - Dresden zieht erfolgreiche Bilanz der Frauen-WM
Stephan Lohse
Dresden. Nach dem letzten der vier Spiele zur Frauen-WM in Dresden haben Stadt und Organisationskomitee am Montag eine erfolgreiche Bilanz präsentiert. Mehr als 80.000 Fans im Stadion, 12.000 Besucher auf der Fanmeile und viel Lob von allen Seiten ließen Sportbürgermeister Winfried Lehmann (CDU), Organisationschef Sören Glöckner und Jörn-Torsten Verleger, den Leiter des städtischen Organisationsbüros, strahlen.
Insgesamt wurden 80.205 Tickets für die vier Spiele verkauft. Das Viertelfinale USA - Brasilien war mit 25.598 Besuchern voll besetzt, auch bei dem Eröffnungsspiel USA - Nordkorea waren die Ränge mit 21.859 Zuschauern gut gefüllt. Neuseeland gegen England sahen 19.110 Fans, das Spiel Kanada gegen Nigeria, das zeitgleich mit dem letzten Vorrundenspiel der deutschen Elf ausgetragen wurde, noch 13.638 Zuschauer.
Als „Riesenfest" bezeichnete Glöckner die Dresdner WM-Tage. Dresden sei von den Fifa-Kontrolleuren als Top-Austragungsort gelobt worden. Die Organisation und Zusammenarbeit mit der Stadt habe perfekt funktioniert. Auch von den Teams habe es jede Menge Lob für Hotel, Trainingsplätze und Stadion gegeben. „Dresden, we are back at home" hätten die US-Frauen vor dem Viertelfinale gesagt, berichtet er stolz. Sportbürgermeister Lehmann präsentierte am Montag zudem noch einmal das Sportbuch der Stadt, welches die Teams und Promis mit viel Lob gefüttert hätten. „Das geht runter wie Öl", freute er sich.
Neben der positiven Werbung in aller Welt für Dresden freute sich Lehmann auch über ein sattes Plus in der WM-Kasse. Von 4 Millionen Euro, die die Stadt für das Turnier bereitgestellt hatte, seien nur rund 2,5 Millionen Euro gebraucht worden. Das übrige Geld soll nun in die Sanierung von Sportanlagen, in die Nachwuchsförderung und in die Förderung des Frauenfußballs fließen. Lehmann hofft besonders, dass es endlich zur Kooperation der Frauen von Fortuna Rähnitz und den Männern der SG Dynamo kommt. „Rähnitz steht bereit, schwarz-gelb zu spielen", so der Bürgermeister, der hier gern mit einer Anschubfinanzierung helfen will.
Ein Teil des übrigen Geldes soll auch zur Bewerbung für weitere sportliche Großereignisse genutzt werden. So habe DFB-Präsident Theo Zwanziger die Idee eines „Friedensturniers" zwischen einst verfeindeten Nationen wie Japan sowie Nord- und Südkorea ins Spiel gebracht. Dresden sei für eine solche Idee prädestiniert, so Lehmann. Konkrete Ideen für neue Bewerbungen um Großereignisse gebe es aber bislang nicht. „Wir sind da noch relativ offen."
Einen Traum habe er aber. So findet das Champions-League-Finale 2012 in München statt. Da das Frauen-Finale bislang regional an das Männer-Endspiel gekoppelt ist, sei es ein Traum, das Frauen-Finale in Dresden auszurichten. Genauso hoffe er weiter auf ein Männer-Länderspiel. Nachdem die Elf von Jogi Löw zuletzt im ähnlich großen Stadion in Sinsheim gastierte, sei Dresden durchaus eine Option, hofft er.
© LVZ-Online, 11.07.2011, 14:20 Uhr