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Burg Ranis in Thüringen ist Schauplatz für „Löwenzahn“-Kinofilm
Andreas Hummel
Foto: dpa
Die Schauspieler Ruby O. Fee und Guido Hammesfahr (als Fritz Fuchs) am Set der Kinoproduktion für den Film "Löwenzahn".
Ranis. Bösewicht Roman Zenkert (Dominique Horwitz) hat sich hinter dicken Mauern hoch oben auf einem Felsmassiv verschanzt. Die Mittelalter-Burg im ostthüringischen Ranis, einst Wohnsitz des Landadels, ist nun Schauplatz von Zenkerts Hehlereien. Statt Pferdekutschen hat der Schurke seine Stretchlimousine geparkt.
„Hier beginnt der Showdown“, erzählt Regisseur Peter Timm am Dienstag. Denn längst hat sich Fritz Fuchs (Guido Hammesfahr) aus seinem blau getünchten Bauwagen aufgemacht, um dem Schurken das Handwerk zu legen. Und so verlässt auch der Kinderklassiker „Löwenzahn“ nach 30 Jahren erstmals das Fernsehen und wird ab März 2011 auch auf der Kinoleinwand zu sehen sein.
Im Film gibt es ein Wiedersehen mit vielen aus der Serie bekannten Darstellern: Nachbar Paschulke (Helmut Krauss) und natürlich der Berner Sennenhund Keks, der schon mal im Beiwagen eines Motorrads oder in der Gondel einer Seilbahn mitfahren darf.
Nur die Fans von Hammesfahrs „Löwenzahn“-Vorgänger Peter Lustig werden enttäuscht - er taucht in dem Streifen nicht auf. Anders als in vielen Kinderfilmen steht im Mittelpunkt kein kindlicher Held, sondern eben Fritz Fuchs aus „Löwenzahn“. Allerdings wurde ihm mit Laila (Ruby O. Fee) ein Kind zur Seite gestellt.
Ihre Widersacher sind der besagte Schurke Zenkert und Cora (Petra Schmidt-Schaller). „Ich bin der James-Bond-Bösewicht für Kinder“, sagt Horwitz am Dienstag über seine Rolle im Film. „Selten kriegt man die Möglichkeit, sich so ekelerregend zu verhalten.“ Die Person, die er verkörpere, sei ein abgrundtief böser Mensch. Im Film thront er auf Burg Ranis, wo er mit gestohlenen Kunstgütern handelt.
Mit ihm legt sich Fritz Fuchs an, nachdem nicht nur aus seinem Bauwagen Pläne für einen neuen solarbetriebenen Paraglider gestohlen wurden, sondern es auch noch drei süße Hundewelpen zu retten gilt. Und so kommen er und Laila auch einem geheimnisvollen Schatz auf die Spur. Wie in der Fernsehserie hilft ihm bei der actionreichen Jagd immer wieder sein Einfalls- und Erfindungsreichtum, etwa wenn die dicken Burgmauern überwunden werden müssen.
Der Film spielt meist in Thüringen. Neben Burg Ranis wird auch in den Saalfelder Feengrotten, einem früheren Schieferstollen gedreht. Die Burg sei für den Film auserkoren worden, weil sie noch „ein Stück Patina ihrer Zeit“ mitbringe, sagt Regisseur Timm. Und Produzent Albert Schäfer spricht von einer „wunderschönen Landschaft“ in Thüringen, die für Film und Fernsehen noch unverbraucht sei. Gefilmt wird außer in Thüringen auch in der Region Berlin-Brandenburg, Baden- Württemberg und in den Alpen.
© LVZ-Online, 28.07.2010, 11:28 Uhr