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"Ordentlich Wumms dahinter": The Bosshoss gastieren mit Orchester im Gewandhaus
Markus Wittpenn
Foto: © Universal Music
The Bosshoss lassen sich im Gewandhaus von Orchestermusikern begleiten.
Leipzig. Mit ihrem eingängigen Country-Rock hat sich die Berliner Band The Bosshoss in wenigen Jahren ein großes Publikum und jede Menge goldene Schallplatten erspielt - nicht nur in Deutschland, sondern auch in ganz Europa und Kanada. Am 3. März stellen die Jungs im ehrwürdigen Gewandhaus ihr neues Album "Low Voltage" vor. Für die Zusammenarbeit mit Orchestermusikern wurden die Songs eigens umkomponiert, laut Kritikern und Fans ein großartiges Klangerlebnis. Markus Wittpenn sprach mit Bosshoss-Sänger Alec "Boss Burns" Völkel.
Frage: Worauf können sich die Konzertbesucher in Leipzig freuen?
Alec Völkel: Auf "Low Voltage" - das ist für uns ja auch eine ganz besondere Aktion, eine Art Nebenprojekt zu dem, was wir sonst so machen. Die Grundidee ist, unplugged aufzutreten, also unsere Songs mal ein bisschen anders zu interpretieren - mit Unterstützung eines Orchesters. Streicher und Bläser kommen auch dazu, die Stücke wurden komplett umarrangiert. Die ausgewählten Songs sind im Grunde nagelneu erfunden worden. Das Ganze klingt vom Sound her Big-Band-mäßig. Es ist ordentlich Wumms dahinter, weil eben die Stücke nicht nur mit ein paar Streichern aufgepeppt wurden. Insgesamt sind so 30 Leute auf der Bühne, und das ist schon ganz eindrucksvoll.
Bei so vielen Musikern auf der Bühne - bleibt da überhaupt Geld übrig oder ist das reine Liebhaberei?
Das "Low Voltage"-Ding ist auf jeden Fall ganz knapp kalkuliert. Du brauchst noch mehr Crew, noch mehr Technik, einen zweiten Bus. Wir machen da keine Miesen, doch wir verdienen auch nichts. Aber wenn man ein Album wie "Low Voltage" herausbringt, wäre es natürlich schade, das nicht live umsetzen zu können. Weil es einfach auch die Sache wert ist, das live zu sehen.
Kaum eine andere deutsche Band gibt so viele Konzerte wie ihr. Dazu jedes Jahr ein neues Album. Promotion, Interviews, Tourneen: Wünscht ihr euch bei so viel Arbeit manchmal in eure alten Berufe zurück?
Der Erfolg ist hart erarbeitet, am Anfang hat ja niemand damit gerechnet. Und wir genießen das Leben als Musiker. Ich will das auf jeden Fall solange machen, wie es geht. Mein Motto ist: Auf keinen Fall zurück ins Büro. Ein normaler Job, jeden Morgen früh ins Büro bis 18 Uhr, da hab' ich überhaupt kein Interesse mehr dran. Es war auch vorher alles okay, und die Musik war 20 Jahre lang nur Hobby für Feierabend und Wochenende. Aber jetzt die Chance zu haben, mit einer Band erfolgreich zu sein und von Musik leben zu können, das ist schon Gold wert. Das geb ich nicht mehr her.
In eurem Tourbus herrscht Frauenverbot?
Ja, wir sind immer sehr viel unterwegs, und dieser Bus ist eben die einzige Privatsphäre, die du hast. Und der ist total voll: 16 Betten für Band und Crew. Wenn da noch jeder seine Freundin mitschleppen würde, ginge es gar nicht mehr. Du hast eh nur Platz für dein Bett und deine Tasche, und es soll ja auch noch ein bisschen privat bleiben.
Gibt es schon Pläne für das nächste Studioalbum?
Gerade sitzen wir immer noch im Studio und machen das "Low Voltage"-Album fertig, das wird Anfang April erscheinen. Da liegt im Moment unsere volle Arbeit, und so lange das Ding nicht erfolgreich vom Hof geritten ist, denken wir erst mal an nichts Anderes. Ich glaube auch nicht, das wir es dieses Jahr noch schaffen werden, weil wir einfach noch zu viele Konzerte und Festivals spielen werden.
Wieviele Country-Alben habt ihr selber zuhause?
Das hält sich in Grenzen, mittlerweile natürlich mehr als damals am Anfang. Als wir starteten, hatten wir mit Country eigentlich nichts am Hut, haben einfach die Songs genommen und sie so gespielt, wie es uns selber gefallen würde. Wir fanden das spannend und eine witzige Idee, so aus dem Bauch heraus. Echter Country ist ja nun mal nicht immer aufregend und gerade in Deutschland oft sehr schlagerhaft. Mit der Zeit beschäftigt man sich aber immer mehr damit und merkt: Es gibt ja doch ein paar geile Sachen!
Country ist ja gerade in Deutschland oft sehr schlagerhaft. Mit der Zeit beschäftigt man sich aber immer mehr damit und merkt: Es gibt ja doch ein paar geile Sachen!
© LVZ-Online, 02.03.2010, 10:53 Uhr