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Kultur News

Porzellan als Fest der Sinne - opulente Schau in Meißen

Eine limitierte Gedenkmedaille zum ersten europäischen Porzellan liegt im sächsischen Meißen in der 1710 gegründeten Porzellan-Manufaktur, aufgenommen am 07.01.2008.   Foto: dpa Eine limitierte Gedenkmedaille zum ersten europäischen Porzellan.
Meißen. 300 Jahre nach Gründung der Porzellan-Manufaktur Meissen inszeniert die dortige Albrechtsburg das Ereignis als Fest der Sinne. Unter dem Titel „Stein der Weis(s)sen“ wurde am Freitag die Jubiläumsausstellung der Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen eröffnet. Auf rund 1600 Quadratmetern widmet sie sich bis 31. Oktober der Herstellung des „Weißen Goldes“ und seiner Vermarktung. Wichtigstes Exponat ist die Albrechtsburg selbst. Sie war von 1710 bis 1863 erste Produktionsstätte für Meissener Porzellan - erst dann zog die Manufaktur an ihren heutigen Standort in der Talstraße um.

„Die Albrechtsburg wird aus dem Dornröschenschlaf erweckt“, frohlockte Sachsens oberster „Schlossher“, Christian Striefler. Tatsächlich hat der Staatliche Schlösserbetrieb für eines seiner Prestige-Objekte weder Kosten noch Mühen gescheut. In die Exposition wurden rund zwei Millionen Euro investiert. Seit 1990 hat Sachsen für die hoch über der Elbe gelegene Albrechtsburg rund 21 Millionen Euro ausgegeben. Bis auf Restarbeiten ist das imposante Bauwerk saniert. Burgdirektor Uwe Michel hofft 2010 auf rund 150.000 Gäste. In der Bauphase kamen jährlich etwa 80.000 bis 90.000 Besucher.

zum Thema Zur Leipziger Ausstellung Zur Dresdner und Berliner Schau 300 Jahre Porzellan aus Meissen „Japan ist der Leitmarkt“ - Meissener Porzellan wächst in Nippon
Herzstück der Schau ist ein interaktives Modul, das die damaligen Produktionswege vom Kaolin bis zum Versand darstellt. In einer Experimentierwerkstatt können Gäste selbst das berühmte Porzellan mit dem Markenzeichen der Gekreuzten Blauen Schwerter herstellen. Das fertige Produkt bleibt allerdings auf der Burg, dämpfte Kuratorin Simone Schellenberger Erwartungen. Nach ihren Aussagen brachte die Beschäftigung mit der Materie keine neuen Erkenntnisse über die Porzellan-Historie. Allerdings wurden im Burghof die Fundamente eines originalen Brennofens gefunden.

Die Schau belegt nicht nur den Wandel des Meissener Porzellans von einem Luxusgut zum Alltagsgeschirr. Auch das Agieren der Manufaktur auf einem später hart umkämpften Markt wird thematisiert. Zu den besten Zeiten arbeiteten rund 800 Menschen auf der Albrechtsburg - so viele wie es aktuell in der Staatlichen Porzellan-Manufaktur sind. Zu DDR-Zeiten waren es gut 1000 mehr. 1810 hatte die Unternehmung sogar kurz vor dem Ende gestanden. Technologische Neuerungen verhalfen der Manufaktur aber immer wieder zu neuem Glanz.

Die Schau auf der Albrechtsburg reiht sich in die Feiern zum 300. Manufaktur-Geburtstag ein. An diesem Samstag wird im Japanischen Palais Dresden die Ausstellung „Triumph der Blauen Schwerter“ eröffnet. Das Palais hatte Sachsen-Herrscher August der Starke (1670-1733) einst als Porzellanschloss konzipiert. Am Sonntag folgt im Berliner Ephraim-Palais die Präsentation „Zauber der Zerbrechlichkeit“ - auch sie betrachtet Meissen im Kontext der europäischen Porzellan-Konkurrenz.
 
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