Rückblick 2011
Bis zu 40.000 Besucher: Highfield-Festival soll Größe in drei Jahren fast verdoppeln
Alexander Laboda
Großpösna. Das Highfield-Festival vor den Toren Leipzigs soll in den kommenden drei Jahren stark wachsen und dann bis zu 40.000 Gäste anlocken. „Wir glauben, dass wir für diese Menge hier ein luxuriöses Gelände erschaffen können, das national wie international zur Spitze zählt", sagte der Geschäftsführer des Veranstalters Semmel Concerts, Dieter Semmelmann, am frühen Sonntagabend beim Resümee der Organisatoren. In diesem Jahr seien knapp über 25.000 Rockfans an den Störmthaler See gekommen. 2010 waren es in etwa genauso viele.
Insgesamt habe man den Besuchern in diesem Jahr über drei Tage ein ausgezeichnetes Programm mit einem starken Line-Up auf einem Areal mit kurzen Wegen geboten, so die Bilanz der Veranstalter. Semmelmann: „Alles lief ohne Schwierigkeiten ab". Auch deshalb stehe man zum Standort und wolle das in Sachsen das größte alternative Rockfestival Ostdeutschlands schaffen.
Bürgermeisterin: „Großpösnaer sind gute Gastgeber"
Die Politik unterstützt die Pläne. „Wir haben aktuell den Förderbescheid vom Land für neue Wasser- und Abwasserleitungen bekommen und schon einen Bebauungsplan gemacht für Ferienhäuser, Caravangelände und einen offiziellen Badestrand", sagte Gabriela Lantzsch, Bürgermeisterin der Gemeinde Großpösna, unter deren Verwaltung das Gebiet steht. Die Bürger unterstützten die Expansionspläne. „Vergangenes Jahr hatte ich nach dem Festival keinerlei Beschwerden. „Die Großpösnaer sind gute Gastgeber." Auf Dauer sollen so in der Region Arbeitsplätze im Tourismusbereich geschaffen werden. „Wir in Großpösna sind nicht die Hauptnutznießer, aber man muss auch über den Tellerrand schauen können. Ich denke an junge Menschen in Leipzig, die einmal mit dem Fremdenverkehr ihr Geld verdienen wollen", erklärte Lantzsch.
Festival endet mit Auftritt der Foo Fighters
Musikalisch sollen derweil die Foo Fighters am Sonntagabend (22.15 Uhr) einen würdigen Schlusspunkt unter das Großereignis setzten. Für viele Festivalgänger ist die vierköpfige Gruppe um den ehemaligen Nirvana-Schlagzeuger Dave Grohl der gewichtigste Grund für die Anreise. Die Band erhielt seit 2000 bereits dreimal einen Grammy-Award für das beste Rock-Album. Dennoch bauten viele Besucher bereits am Abend ihre Zelte ab, um entkräftet abzureisen. Das Pensum seit Freitagnachmittag war enorm: 35 Stunden Musik spielten 58 verschiedene Musikgruppen auf den zwei Freiluftbühnen.
Disneyland-Rock von Thirty Seconds to Mars
In der Nacht auf Sonntag waren Thirty Seconds to Mars die Hauptakteure gewesen. Die zumeist weiblichen Anhänger der Band werden es anders sehen, doch vielen unbedarften Zuhörern bewiesen die US-Amerikaner vor allem, wie eine Band mit aufwendiger Bühnenschau und gut aussehendem Frontmann fehlende musikalische Klasse wett machen kann. Frontmann Jared Leto selbst machte mit seinem ganzen Gebaren deutlich, dass sein Ego in etwa so groß ist wie der Planet, den die Gruppe in ihren Namen trägt. „Packt euren Nachbarn beim Hüpfen an den Sack und zieht ihn mit hoch bis er Spaß hat" - bewies er ebenso wenig Respekt vor dem eigenen Publikum. Die Leto-Show: Großflächige Videoprojektionen, eine aufwendige Lichtaufführung und rosa Luftballons mit Lametta-Füllung - eintönige Rockmusik wie aus Disneyland, so das Urteil der schärfsten Kritiker.
Line-Up für 2012 noch unbekannt
Auf welche Musikgruppen sich die Besucher des Highfield 2012 freuen können, ist noch völlig unklar. „Ich kann ihnen heute noch keine Band nennen. Es laufen aber bereits viele Anfragen", sagte Folkert Koopmans vom Mitveranstalter Scorpio.
© LVZ-Online, 21.08.2011, 19:27 Uhr