Highfield Festival 2010
"Live sind wir noch immer die selben": Madsen-Sänger Sebastian im Interview
Holger Günther
Foto: (c) Sven Sindt / Universal
Die Band Madsen mit Sänger Sebastian Madsen im Vordergund.
Leipzig. Nur noch zwei Tage bis zum Highfield-Festival. Die Band Madsen spielt am Samstag um 20.45 Uhr auf der Main-Stage. Ein besonderes Konzert, denn nach einem Sturz während eines Videodrehs brach sich Sänger und Gitarrist Sebastian Madsen kompliziert das Handgelenk. Seine Band musste improvisieren und spielt trotzdem live. Sänger Sebastian Madsen erzählt im Interview, wie das aussehen wird.
Hallo Sebastian. die wichtigste und sicher ständig gestellte Frage zu erst: Wie geht es deiner Hand?
Daran habe ich mich schon gewöhnt. Meiner Hand geht es ganz okay. Ich spiele bei Bandproben hier und da schon mal ein paar Stücke mit. Es reicht aber noch nicht für ganze Shows. Ich trainiere die Hand täglich. Ich habe unter anderem so einen kleinen Ball zum Kneten und mache Übungen.
Da wird man deine Gitarre auf dem Highfield wohl eher nicht hören.
Na vielleicht spiele ich ein paar Songs.
Was genau ist beim Videodreh zu "Lass die Liebe regieren" im April passiert, dass es zu dem Sturz aus vier Metern kam?
Wir wollten so einen Schwebe-Effekt erreichen, wie man ihn jetzt auch im Video sieht. Dabei ist das Stahlseil, das mich halten sollte, gerissen. Normalerweise hält so ein Ding Tonnen. Keiner weiß, wieso es mit meinen 74 Kilos überfordert war.
Ihr habt eure Frühjahrstour wegen deiner Verletzung verschoben. Wie fit seid ihr nach der langen Pause für Festivals?
Foto: Wolfgang Zeyen
Sänger und Gitarrist Sebastian Madsen bei Auftritt seiner Band im Leipziger Werk II im Oktober 2008.
Wir sind schon den ganzen Sommer über auf Festivals unterwegs. Im Frühjahr ging noch nix, aber mittlerweile ist es die beste Festivalsaison unserer Bandgeschichte. Wir mussten vorher überlegen, wer Gitarre spielt. Jonas von der Band Juli spielte die meisten Festivals. Jetzt hat er selber wieder mehr Auftritte. Daher spielt seit kurzem "Mücke" von der Band El*ke bei uns mit. Wir können also momentan davon profitieren, dass man im Laufe der Jahre viele Leute kennengelernt hat.
Wie ist es, plötzlich ohne Gitarre auf der Bühne zu stehen?
So sehr ich die Gitarre auch vermisse, das Singen und sich mehr darauf zu konzentrieren, macht mir großen Spaß.
Wie kann man sich eure Auftritte jetzt vorstellen, habt ihr eine feste Setlist für Open-Airs?
Das mit der Setlist ist kompliziert, da wir nicht so viel Zeit haben, mit den Ersatzgitarristen zu proben. Wir haben daher ungefähr 15 der üblichen verdächtigen Smasher wie "Mein Herz bleibt hier" und "Du schreibst Geschichte" dabei und variieren die Reihenfolge, spielen auch mal ein Cover von den Ramones oder so.
Ihr kennt das Highfield bereits aus den vergangen Jahren, als es noch in Hohenfelden stattfand, was versprecht ihr euch von der neuen Location am Störmthaler See bei Leipzig?
Wir sind total gespannt, wie es dort aussieht. Wir kennen den neuen Ort ja noch nicht. Ich fand die bisherige Location spitze und einzigartig. Wir freuen uns schon echt auf das Festival, schließlich genießt es einen klasse Ruf.
Was macht ihr auf einem Festival, wenn ihr gerade nicht selber spielt?
Meistens Bands angucken. Band of Horses habe ich zum Beispiel noch nicht gesehen, die stehen schon auf meinem Plan.
Foto: © Universal Music
An Madsens aktuellem Album "Labyrinth" scheiden sich die Geister.
Wie steht ihr mit etwas Abstand zu eurem im April erschienen Album "Labyrinth"? Es gab ja sehr gemischte Kritiken und Reaktionen?
Uns war auch klar, dass es nicht allen gefallen wird, wenn man etwas verändert. Wir mussten das Alte mal aufbrechen, denn wir hatten Lust, was Neues zu machen. Es ist aber eben auch nur ein Album. Live sind wir noch immer die selben Madsen.
© LVZ-Online, 17.08.2010, 14:19 Uhr