Leipzig. Gelungene Highfield-Premiere am Störmthaler See: Zum Abschluss am Sonntag haben die Veranstalter des Festivals ein positives Fazit gezogen. 22.000 Fans kamen am Wochenende nach Großpösna vor den Toren Leipzigs, um internationale Rockbands wie Placebo, Billy Talent oder Blink 182 live zu erleben – im letzten Jahr waren es im thüringischen Hohenfelden noch rund 3.000 mehr. „Für die Premiere in Großpösna sehen wir das als sehr gutes Ergebnis“, sagte Festival-Chef Dieter Semmelmann. „Wir wussten, dass wir im ersten Jahr Besucher verlieren werden. Aber wir glauben an den Standort, der Umzug war die richtige Entscheidung.“
Das
Highfield Festival
sehen die Organisatoren als Investition in die Zukunft – denn finanziell gesehen war die Premiere laut Semmelmann ein Minusgeschäft. Zwar spülte der Verkauf der rund 22.000 Tickets schätzungsweise zwei Millionen Euro in die Kassen der Veranstalter. „Wir mussten jedoch einen sechsstelligen, fast siebenstelligen Betrag investieren, um das Gelände nach den starken Regenfällen der letzten Tage wieder so hinzubekommen, dass wir das Festival überhaupt durchführen konnten“, sagt der Festival-Chef. So wurden mehrere tausend Tonnen Schotter und Rindenmulch angekarrt und rund 5000 Quadratmeter Metallplatten verlegt.
Auch das Unwetter der vergangenen Nacht rüttelt nicht an der positiven Bilanz. Highfield-Presseprecherin Annegret Kalus versicherte auf Nachfrage von LVZ-Online, dass ihr keine großen Schäden bekannt seien. Vielleicht, so Kalus, "sind ein paar Planen und Sachen durch die Gegend geflogen", Schlimmeres blieb aber aus.
Dass es bei der Organisation des Festivals noch hier und da hakte, sei für die Premiere auf einem neuen Gelände ganz normal. So berichteten einige Besucher über teils chaotische Zustände an den Duschcontainern oder beim Transport mit den Shuttle-Bussen. Die Probleme sollen in den nächsten Tagen im Detail ausgewertet werden. „Wir müssen jetzt schauen, wo Geländeveränderungen notwendig sind“, sagte FKP-Scorpio-Geschäftsführer Folkert Koopmanns. So sei bereits jetzt der Bau weiterer Straßen auf dem Areal geplant.
Der Festival-Vertrag mit der kleinen Gemeinde Großpösna im Leipziger Neuseenland läuft zunächst bis 2015 – mit Option auf Verlängerung. Langfristiges Ziel sei es, jährlich 40.000 bis 50.000 Besucher anzulocken. „Wir wollen daran arbeiten, hier eines der größten deutschen Rockfestivals veranstalten“, kündigt Semmelmann an. Er hofft vor allem darauf, dass 2011 wie geplant das Baden im Tagebau-See erlaubt sein wird. Bands oder einen Termin für das nächste Jahr will er noch nicht verraten. Traditionell dürfte das
Highfield 2011
aber wieder Ende August über die Bühne gehen.