Leipzig. Jean Michel Jarre ist gleichsam eine der schillerndsten als auch zurückhaltendsten Musik-Persönlichkeiten der vergangenen Jahrzehnte. Nicht selten wird der Franzose als „Gott der elektronischen Musik“ gepriesen, schließlich gehören seine opulenten Kompositionen aus den späten 1970er Jahren zu den ersten Hits des Genres. Auch gibt es kaum einen Musik-Rekord, den er noch nicht gebrochen hätte. Andererseits meidet Jean Michel Jarre das Rampenlicht, gibt nur selten Interviews, stellt lieber die Musik, als sich selbst in den Mittelpunkt seiner spektakulären Live-Shows. So vermutlich auch am 11. März bei seinem Auftritt in der Arena Leipzig.
Ein Konzert der Jazz-Legende Chat Baker habe JMJ, wie ihn seine Fans nennen, einstmals auf den Weg zur Musikkomposition gebracht. Bis zu seinem großen internationalen Durchbruch mit dem bis heute unvergessenen Konzept-Album „Oxygène“, von dem praktisch über Nacht 12 Millionen Exemplare verkauft wurden, war es für Jarre allerdings ein langer Weg. Mehrere Bands und Jahre als eher mittelmäßiger Komponist für Werbespots und Kinofilme lagen schon hinter ihm, ehe Jean Michel Jarre 1976 dem damals noch sehr jungen elektronischen Genre mit seinen raumgreifenden, orchestralen Synthesizer-Klängen zu weiter Verbreitung verhalf. Auch der Nachfolger „Equinoxe“ wurde ein riesiger Erfolg und ging in die Annalen der Musikhistorie ein.
Spätestens, als er Anfang der 1980er Jahre von der chinesischen Regierung gebeten wurde, als erster westlicher Musiker im kommunistischen Land aufzutreten, legte JMJ seine anfängliche Abneigung gegenüber Konzerten ab. Seine über alle Maßen außergewöhnlichen Live-Auftritte sollten künftig gar zu seinem Markenzeichen werden. Mit immer neuen, immer größeren und immer beeindruckenden Inszenierungen, die neben perfekter Tonqualität auch durch Licht- und Lasertechnik vom Feinsten geprägt sind, konnte er bei einzelnen Konzerten bis zu zwei Millionen Menschen begeistern – und fand so den Weg ins Guinnessbuch der Rekorde. Auch scheint JMJ nach seinem Auftritt im Reich der Mitte einen Faible für gigantische Konzerte an historischen Orten entwickelt zu haben. So spielte er schon vor Hunderttausenden auf der berühmten Danziger Werft, vor den Pyramiden von Gizeh oder in der marokkanischen Wüste.
Insgesamt 80 Millionen Tonträger gingen bis heute mit der Musik von Jean Michel Jarre über die Ladentische. Auf seiner aktuellen Tournee „2010“, die ihn neben Stationen in Polen, Frankreich, Belgien, Ungarn, Tschechien und Großbritannien auch nach Deutschland führt, spielt er Kompositionen aus allen vier Dekaden seines Schaffens. In Leipzig wird Jean Michel Jarre am 11. März in der Leipziger Arena erwartet.
Restkarten für das Konzert gibt es an der Abendkasse der Arena Leipzig.
Internet:
www.jeanmicheljarre.com