Leipzig. Kaum gerät der Frühling langsam auf Touren, steht auch die Musikmesse (Pop Up in den Startlöchern. Am 7. und 8. Mai versammelt der Branchentreff wieder Kreative aus der ganzen Republik und manch anderer Region der Welt in Leipzig, lädt mit zahlreichen Disskussionenrunden und Konzerten zu einer lebhaften Standortbestimmung der Musikwirtschaft.
Wie schon im vergangenen Jahr angedeutet, treibt die (Pop Up dabei die Reform ihres seit 2002 existierenden Konzeptes mit einer Mischung aus Altbewährtem und neuen Ideen voran. Trotzdem man nach kurzem Intermezzo anno 2009 im etwas geräumigeren Volkspalast nun wieder ins angestammte, etwas kleinere Werk II am Connewitzer Kreuz zurückkehrt, offenbart das Messe-Programm eine Vielzahl von neuen Bereichen und Programmpunkten. Und sogar das beliebte Club-Festival auf der Südmeile zwischen Moritzbastei und UT-Connewitz hat eine Generalüberholung erfahren.
Im neunten Jahr wird die
Messe mit etwa 100 Magazinen, Radios, Labels, Agenturen, Webportalen und anderen Schaffenden der Branche
erstmal an zwei Tagen stattfinden, die mit diversen Einzelevents regelrecht vollgepackt sind. Neben den schon bekannten Diskussionsrunden, Workshops, Showcase-Konzerten verschiedener Bands und lockeren Couch-Gesprächen mit Branchenprominent – die in diesem Jahr in einem echten Boxring stattfinden werden – stehen nun auch noch eine Fotoausstellung, mehrere Lesungen, zwei Unterhaltungs-Shows und das (Pop Up Fernsehen in der Messehalle auf der Agenda der beiden Tage. So tragen beispielsweise Elisabeth Rank und Wolfgang Frömberg aus ihren aktuellen Romanen vor, lädt Donis zur (Pop Up LateNite und verleiht Weng Holster auf einer Abendgala den funkelnden Publikumspreis „Der Goldene Bauzaun 2010“ an den Aussteller mit dem kreativsten Standbau.
Das Showprogramm im Überblick
Die
Diskussionsrunden haben vor allem den Zeitgeist der Musiknutzung und sich dadurch verändernde Werte im Blick. So wirft das Forum „I Love My iCom“ angesichts der heutigen Möglichkeiten, im Internet fast jede Musik auch ohne Download hören zu können, die These auf, wir seien auf dem Weg zu besitzlosen Musikgesellschaft. Zuvor diskutiert man unter der Überschrift „Wir tanzen Mechanik!“, wie etwa die oftmals erstaunlich treffenden Kaufempfehlungen im Internet in Konkurrenz zum Musikjournalismus stehen. Nicht zuletzt, hat die (Pop Up in diesem Jahr auch wieder eine Runde zur Entwicklung der Stadt Leipzig im Programm: Unter der reißerischen These „Meine Miete steigt, also brennt Dein Auto!“ sprechen hier Experten aus Hamburg und Berlin mit Leipziger Kreativen und dem Stadtplaner Karsten Gerkens über Perspektiven der Messestadt.
Das Foren-Programm im Überblick
Auch beim begleitenen
Konzertprogramm der (Pop Up gehen die Uhren in diesem Jahr etwas anders, als bisher. Nicht nur, dass die Bühnen erst ab Freitag und nicht schon am Donnerstagabend mit Musiksternen aus dem In- und Ausland besetzt sind. Auch das Konzept der kurzen Wege wurde noch weiter verdichtet. Wie bei einem klassischen Sommerfestival sind alle Künstlerinnen und Künstler in direkter Umgebung des Werk II zu sehen, kann man ohne großen Zeit-Aufwand zwischen den ingesamt vier Bühnen hin und her pendeln. Mit dabei ist übrigens auch die frisch sanierte Halle D im Werk II, die nun erstmals von der (Pop Up bespielt wird.
Obgleich das Konzertprogramm der (Pop Up mit Absicht nicht auf Headliner setzt, es hier eher um neue, unverbrauchte Bands und Einzelkünstler geht, lassen sich doch einige Namen aus dem LineUp herausheben. Am Freitagabend geleiten Mathias Schaffhäuser, John Roberts und das Jeans Team über den Dancefloor, besingen Ólafur Arnalds und Hildur Gudnadóttir große Gefühle. Am Samstagabend werden Schwedens neuer Electronic-Superstern Kleerup und die Bachelorette für lockere Hüften sorgen, Wolf Parade den Putz von der Wand rocken und die wunderbare Mohna sowie Brit-Pop-Legende Divine Comedy feuchte Augen garantieren.
Das Festival-Programm im Überblick
Eintrittskarten, gültig für alle Veranstaltungen der (Pop Up 2010 inklusive der Festivalkonzerte, gibt es für 30 Euro im Vorverkauf über die Homepage des Veranstalters. An der Abendkasse sind jene dann auch für 38 Euro zu haben. Zutritt zur Messe am Freitag und Samstag (mit Foren, Workshops, Showcases, Lesungen und Co.) erhält man direkt vor Ort auf dem Messegelände schon für 6 Euro.
Internet:
www.leipzig-popup.de