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Termine in und um Leipzig

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Soundtrack fürs Leben

 
Foto: André Kempner Es ist immer mindestens ein Song, der für ein Gefühl oder eine Erinnerung steht: Ein Soundtrack, der einen immer begleitet. Leipziger Promis erzählen von ihrem Liebling.
 

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Kultur

Sportfreunde Stiller punkten mit alten Songs und rockiger Gefühligkeit

  Foto: André Kempner Kuschelige Atmosphäre beim Konzert der Sportfreunde Stiller im Haus Auensee
Spätestens seit der Fußball-WM 2006 kennt sie jeder: Mit „54, ‚74, ‚90, 2006“ schrieben Sportfreunde Stiller die Begleitmusik zum Sommermärchen. Doch eine Fußball-Combo sind sie nie gewesen. Mit Gastmusikern wie Udo Jürgens, The Subways und Meret Becker nahmen sie in diesem Jahr für MTV ein „Unplugged“-Album auf. Gestern kamen sie nach zwei Jahren wieder nach Leipzig.

An diesem Abend im ausverkauften Haus Auensee gibt es keine Ecken und Kanten. Keine Reibung, keinen Schmerz, keinen Exzess. Die Bühne ist in atmosphärisches Licht getaucht – rot, blau, gelb – die kuschelige Vorweihnacht lässt grüßen. Peter und Rüde sitzen auf ihren Barhockern am Mikrofon, Florian hinterm Schlagzeug. Nett, freundlich, professionell –nein, an diesem Abend gibt es einen wohltuenden musikalischen Deutschrock-Pop-Ausflug in die Welt der Sportfreunde Stiller.

Heute lacht Rüdiger freundlich, Florian zählt an. Mit dabei: die „angeheiratete Verwandtschaft“ – vier Mädels in schwarzen Abiturientinnen-Kleidern, die als Streichquartett en façon „unplugged“ die Musik weniger rockig und noch gefühliger machten. Ebenfalls an der Aufbereitung des Cocktails beteiligt: zwei Bläser, ein am Fuße des Drummers postierter Gittarist, ein Keyboarder und diverse Backgroundsänger. Insgesamt 14 Musiker verbeugen sich vor der dritten Zugabe auf der Bühne.




Retrospektiv ist nicht nur die Ansage, sondern auch irgendwie das ganze Werk der Sportfreunde, deren beste Stücke sie wie einen Spaziergang durch die Jahre präsentieren. Es geht um Liebe und um Freundschaft, um die Facetten der Zwischenmenschlichen, verpackt in eine bildhafte authentische Sprache. Gemeinsame Momente, Gefühle, Geständnisse.

„Ich wollte dir nur mal eben sagen, dass du das Größte für mich bist, und sichergehen, dass du das Gleiche für mich fühlst“ – der Refrain von „Ein Kompliment“ ist wahrscheinlich das beste Zeugnis eben dessen. Der wohl bekannteste Song nach der WM-Auskopplung sorgte auch gestern wieder für eine singende, johlende, euphorische Menge; eins mit sich und der Musik. Identifikation ist eines der Erfolgsrezepte der Sportfreunde.

Jeder kann mitfühlen und -hoffen, mit den Liedern Gefühle konsumieren und sie  teilen. Dabei geht es um die einfachen Dinge. Vielleicht treffen die Sportfreunde deswegen den Nerv der Masse. Bei ihnen geht es um das, was gesagt wird, ohne Kompliziertheiten, frei raus. Natürlich nicht nur Schwarz und Weiß, die Zwischentöne bleiben, doch die quälenden Nuancen fehlen: „Tu nur das, was dein Herz dir sagt, alles andere soll dich nicht stören, doch mein Herz steckt im Kopf, und mein Kopf steckt im Sand. Darum kann ich mein Herz nicht richtig hören.“

Sportfreunde Stiller verlieren sich nicht in Gedankenexzessen, der Optimismus siegt immer. Der mitreißenden Stimmung im Haus Auensee kann man sich nur schwer entziehen. Anderthalb Stunden Verbrüderungsgefühl, Komplexitätsreduktion und Verlässlichkeit. Immer begleitet vom Glauben an das warm-herzliche Gefühl von Harmonie.

Deswegen heben sich die Sportfreunde die „Gute Nachricht“ auch bis zum Schluss auf: „Du und ich und sonst noch’n paar Leute, wir sind auf der guten Seite!“.
 
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