Wave Gotik Treffen
Erste WGT-Besucher sind in Leipzig unterwegs
Holger Günther / dpa
Leipzig. In der Messestadt war am Donnerstag nicht nur der Himmel dunkel. Die Kleidungsfarbe der Menschen in der Stadt gleicht sich immer mehr an. Das 19. Wave-Gotik-Treffen (WGT) lockt über das Pfingstwochenende wieder tausende Fans der dunklen Musikszene nach Leipzig. Unser Videoteam hat die ersten Festivalbesucher begleitet.
Viele der Gäste sind Wiederholungstäter: Sieben bis fünfzehn WGT-Besuche sind für sie keine Seltenheit. Die Fans loben die Familiäre Atmosphäre auf dem Festival. Selbst wenn man unter 20.000 Gleichgesinnten sei, meint ein Besucher, treffe man immer die selben Leute und jeder sei „anquatschbar“.
Genau diesen Charakter möchte Cornelius Brach vom Team der Festivalorganisatoren gerne beibehalten. An die 200 Bands seien eine gute Menge. Die Musikverrückten kommen aus allen Himmelsrichtungen nach Leipzig. Egal ob aus Kroatien, New York oder der Oberpfalz, alle Besucher feiern in den kommenden Tagen ihre Szene und sind stolz, sich in der Öffentlichkeit zu zeigen und nicht nur ein paar „Schwarze“ unter vielen „Normalen“ zu sein. In Leipzig ist es am Pfingstwochenende anders herum, eben schwarz.
Auf dem Programm des weltgrößten Treffens seiner Art stehen zahlreiche Konzerte von Szene-Größen, darunter Alien Sex Fiend aus Großbritannien oder Veljanov, der auf Solopfaden wandelnde Sänger von Deine Lakaien. Neben der Musik gehören auch zwei Mittelaltermärkte fest zum WGT. Dort können sich die Besucher mit szenetypischen Utensilien eindecken. Außerdem gibt es Lesungen, Absinth-Frühstücke oder Friedhofs-Führungen. Festival-Besucher haben auch freien Eintritt ins Museum der bildenden Künste.
Die Leipziger haben sich an die düsteren Gestalten längst gewöhnt und empfangen sie freundlich. Immerhin bringen die auch viel Geld in die Stadt. "Es gibt dazu zwar nur Schätzungen. Aber es liegt ja auf der Hand: Viele Besucher schlafen in Hotels und Pensionen, sie fahren Taxi und gehen einkaufen", meint Brach. Das WGT wird bis zum Montag gefeiert.
© LVZ-Online, 21.05.2010, 08:39 Uhr