BouL.E.vard
Handelshochschule spielt gefaktes TV-Spiel mit
Kerstin Decker
Foto: André Kempner
Maklerin Hanka Rackwitz mit Franziska Hönl (24), Martin Wilhelm (26), Dominik Kanbach (23) und Kameramann Holger Vieritz (von rechts).
Publicity ist alles. Auch für die Handelshochschule Leipzig, die für ein paar Minuten Fernseh-Sendezeit mit dem Trash-TV unter eine Decke kriecht. Jetzt war die private Hochschule Schauplatz für die Vox-Doku-Soap „Mieten, Kaufen, Wohnen". Immobilienmaklerin Hanka Rackwitz – unvergessen, die „Hexe" aus der zweiten Staffel von Big Brother – war gekommen, um mit den „neuen" Studenten Franziska Hönl, Dominik Kanbach und Martin Wilhelm eine WG zu suchen. Doch bekanntlich ist in dieser Soap vieles Erfindung. Tatsächlich fängt nur Dominik Kanbach sein Studium an, die anderen beiden sind schon lange dabei. Sie brauchen gar keine Wohnung und werden auch nie zusammenziehen. HHL-Sprecher Volker Stößel: „Wir mussten improvisieren. Der Sender wollte Hals über Kopf drehen und nicht warten, bis unsere Neuen in Leipzig ankommen." Stößel selbst hatte die Idee, sich an Hanka Rackwitz zu wenden, nachdem ihn drei echte Studienanfänger um Hilfe bei der Suche nach einer Bleibe gebeten hatten. „Aber zwei von ihnen sind noch in den Prüfungen oder haben Urlaub." Für 80 Euro pro Nase machen die Drei das falsche Spiel mit. So wurde schon vor der Immobilienbesichtigung verabredet, welche Wohung sie nehmen und welche sie ablehnen sollen.
Zuvor hatten auch schon andere, mehr oder weniger bekannte Leipziger wie Michael Fischer-Art oder Konrad Schöpe, Bassist der Firebirds, bei "Mieten, Kaufen, Wohnen" mitgemacht. Über deren gefakte Geschichten lachten viele Leipziger, die wussten, was wirklich läuft.
© LVZ-Online, 29.08.2010, 18:21 Uhr