BouL.E.vard
Stefan Waggershausen sagt dem Publikum wieder "Hallo"
Kerstin Decker
Foto: Wolfgang Zeyen
Der Sänger vom Bodensee stattet dem MDR einen Besuch ab.
Zwanzig Jahre war Stefan Waggershausen überhaupt nicht in Leipzig, dafür jetzt gleich zweimal binnen einer Woche: zuerst in der Carmen-Nebel-Show, vier Tage später bei Hier ab Vier im MDR. „Um die Wende war hier eine besondere Stimmung, die hast du richtig in der Luft gemerkt", erinnert sich der Sänger, Gitarrist und Songschreiber vom Bodensee. Dafür bewundert er jetzt, wie die Stadt sich verändert hat: „Ich bin schwer fasziniert vom Viertel um die Nikolaikirche. Da will ich noch mal hin, auch mal in eine Kneipe. Ich muss den Prinzen ein Kompliment machen, sie haben sich eine gute Stadt ausgesucht." Besonders mit Tobias Künzel ist er befreudet, der extra für ihn in der Carmen-Nebel-Show getrommelt hat.
Foto: Peter Endig
Liedermacher Stefan Waggershausen in der ZDF-Fernsehshow "Willkommen bei Carmen Nebel" auf der Neuen Messe in Leipzig.
Der 61-jährige graue Wolf hatte nach 14 Jahren ohne eigenes Album wieder Lust, eigene Songs zu schreiben und dem Publikum noch einmal Hallo zu sagen. „So ist das Spiel" heißt das Ergebnis, das er gerade landauf, landab promotet. Das Album hat Waggershausen mit befreundeten Musikern - darunter Annett Louisan, Nena, Alice, Jan Josef Liefers und Sasha - in aller Ruhe im Studio produziert, ohne auf Radiotauglichkeit zu schielen. Ob es dazu auch eine Tournee gibt, wird gerade verhandelt.
In den vergangenen Jahren hat der deutsche Liedermacher vorwiegend Titel für andere Sänger geschrieben. Auch fürs Fernsehen hat er komponiert, zum Beispiel für den Tatort. Den Leipzig-Tatort kennt er und findet ihn gut.
Die Medienwelt hat sich in den vergangenen 14 Jahren allerdings gehörig verändert. „Ich hab grad gehört, dass ich in den Amazon-Charts bin, das finde ich witzig. Toll, dass sich die Fans im Internet austauschen, wie sie bestimmte Titel finden." Download ist für ihn "okay, wenn es legal ist". Aber mit Bloggen "wäre ich überfordert, das kann ich gar nicht mit meinen patschigen Fingern."
© LVZ-Online, 11.03.2010, 14:39 Uhr