Leipzig. Ein defekter Bus der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) hat am Mittwochmorgen den Straßenbahnverkehr auf der Georg-Schumann-Straße behindert. „Der Silberpfeil der Linie 90 hatte eine Antriebswelle verloren und blieb einfach an der Haltestelle Lindenthaler Straße stehen", sagte LVB-Sprecher Reinhard Bohse am Morgen gegenüber LVZ-Online.
Das eigentliche Problem war dabei nicht die verlorene Welle, die unter dem Bus lag und damit keine Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer darstellte. Vielmehr beschädigte das Teil beim Herunterfallen die Bremsleitung des Busses, so dass alle sechs Räder blockierten und das Fahrzeug nicht abgeschleppt werden konnte. „Unser Reparaturtrupp musste jedes Rad manuell lösen. Dass hat mehr Zeit in Anspruch genommen als geplant."
Eigentlich waren die Verkehrsbetriebe davon ausgegangen, den kaputten Bus wegzuschleppen und die Schienen somit gleich wieder für den Verkehr freigeben zu können. „Einen Schaden wie diesen gab es noch nicht", entschuldigt der Sprecher. Weil man anfangs davon ausging, dass Problem nach zehn Minuten aus der Welt geschafft zu haben, seien die wartenden Fahrgäste entlang der Strecke nicht informiert worden. Das sei unglücklich gelaufen und sehr bedauerlich, so der Sprecher weiter.
Der Bus stand seit 6.44 Uhr an der Haltestelle und blockierte die Weiterfahrt der folgenden Straßenbahnen. Die Verkehrsbetriebe richteten daraufhin einen Schienenersatzverkehr ein und leiteten die Bahnen um. Die Linie 10 fuhr nach Gohlis in die Landsberger Straße, die Linie 11 E bis zum Klinikum St. Georg, und die Linie 11 ab Chauseehaus bis zum Messegelände.
Um 8.33 Uhr konnte der Bus weggeschleppt werden und der normale Fahrplan trat wieder in Kraft.
Seit wann der kaputte Bus im Dienste der Verkehrsbetriebe steht, konnte Bohse nicht sagen. „Auf jeden Fall gibt es die Silberpfeile schon länger bei der LVB als mich", sagte der seit acht Jahren für das Unternehmen tätige Sprecher. Es sei normal, dass Linienbusse zehn bis 20 Jahre im Einsatz sind - und dass mit zunehmender Einsatzzeit Reparaturen notwendig werden.
„Wir haben ein strenges Wartungssystem, um Störungen wie die heute passierte zu vermeiden." Dass dennoch mal ein Bus oder eine Straßenbahn liegen bleibt, kann man bei täglich insgesamt 40.000 zurückgelegten Kilometern nicht ausschließen „Wir fahren jeden Tag einmal um die Welt."