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Festakt auf der Baustelle: 600 Jahre Universität
mro/dpa
Foto: André Kempner
Mit einem Festakt auf der Baustelle feiert Deutschlands zweitälteste Universität in Leipzig am Mittwoch ihr 600-jähriges Bestehen.
Leipzig. Mit einem Festakt auf der Baustelle feiert Deutschlands zweitälteste Universität in Leipzig am Mittwoch ihr 600-jähriges Bestehen. Dazu werden unter anderen Bundespräsident Horst Köhler und Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) erwartet. Gefeiert wird im Paulinum auf dem neuen Campus. Der Nachfolgebau der 1968 gesprengten Universitätskirche ist allerdings wegen Bauverzugs bei weitem noch nicht fertiggestellt. Das Paulinum, dessen Äußeres stark an einen Sakralbau erinnert, wird künftig Aula und Andachtsraum beherbergen.
Köhler und die anderen Gäste werden aber nicht in Gummistiefeln kommen müssen. Der Sprecher der Universität, Tobias Höhn, erklärte, die Baustelle des Paulinums werde extra hergerichtet. Ein Fußboden werde ausgelegt und die Räumlichkeiten werden beheizt. Eigentlich sollte das Paulinum schon zum Uni-Jubiläum fertig sein. Die Fertigstellung verzögert sich aber um ein Jahr. Unter anderem hatte der holländische Architekt Erick van Egeraat Insolvenz angemeldet.
Deshalb werden Aula und Andachtsraum auch nicht durch die umstrittene Plexiglasscheibe getrennt. Universität und evangelische Kirche hatten monatelang um diese Glaswand gestritten. Während die Hochschule das Paulinum als reine Aula ansieht, wollten Kirchenvertreter an Traditionen anknüpfen und lehnten eine bauliche Trennung zum Andachtsraum ab. Ihre Montage ist nun für Januar geplant.
Trotz des Bauverzugs soll der Festakt die 600-jährige Geschichte der zweitältesten Universität Deutschlands im Dauerbetrieb glanzvoll würdigen. Köhler wird eine Ansprache halten. Universitätsrektor Franz Häuser hat seine Rede mit dem Leitspruch der Universität „Aus Tradition Grenzen überschreiten“ überschrieben. An Sachsens größter Hochschule studieren rund 30 000 Studenten an 14 Fakultäten.
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Kultureller Höhepunkt der Veranstaltung soll die Darbietung des Stückes „Memoriam - Tempo e tempi“, komponiert von Bernd Franke, sein. Der Literaturprofessor Hans-Ulrich Treichel hat dazu passend das Gedicht „Immerdar“ geschrieben. Die Auftragswerke knüpfen an die Tradition Johann Sebastian Bachs an, der für Universität mehrfach komponiert hat. Der Universitätschor, der Chor der Oper Leipzig und das Mendelssohnorchester werden die Aufführung gestalten.
„Wir haben uns ganz bewusst dafür entschieden“, erklärte Uni- Sprecher Höhn, warum der Festakt nicht von der Baustelle etwa in das benachbarte Gewandhaus verlegt wurde. Es breche schließlich ein neues Jahrhundert in der Geschichte der Universität an, „und wir wollen zeigen, wohin die Reise geht.“ Außerdem könnten die Gäste auf diese Weise bereits einen ersten Eindruck von den Räumlichkeiten im Paulinum bekommen.
Am Abend feiern Gäste, Mitarbeiter der Universität und Studenten zusammen in dem neuen Hörsaalgebäude und der darin befindlichen Mensa auf dem Campus am Augustusplatz in ungezwungener Atmosphäre. Im Paulinum werden zwei Konzerte gespielt.
© LVZ-Online, 30.11.2009, 15:16 Uhr