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Gemeindemitglieder entwerfen Leipziger St. Trinitatis-Kirche - Baustart im Herbst
Ulrich Milde/Peter Krutsch/Klaus Staeubert
Leipzig. Im Herbst soll der offizielle Baubeginn sein. Am 18. Februar schauten sich die Verantwortlichen der katholischen Kirchengemeinde das Gelände gegenüber dem Neuen Rathaus an und nahmen, angeführt von Architekt Benedikt Schulz, erste Vermessungen vor. Dort, am Martin-Luther-Ring, soll die neue Propsteikirche St. Trinitatis auf einem dreieckigen Grundstück hochgezogen werden.
Das Gotteshaus wird nach einem Entwurf der Leipziger Architekten Ansgar und Benedikt Schulz gebaut. Das Architektenduo gewann den internationalen Wettbewerb zum Neubau der Propsteikirche. Die 15 Mitglieder des Preisgerichtes entschieden sich mit einer deutlichen Mehrheit für den Entwurf von Schulz & Schulz. Insgesamt waren acht von 50 Architektur-Vorschlägen in die finale Auswahlrunde gekommen. Der Siegerentwurf habe nicht nur durch seine Gestaltung überzeugt, sondern sei aus energetischer Sicht auch der nachhaltigste gewesen, hieß es aus Jury-Kreisen.
Es handelt sich um den größten Kirchenneubau in Ostdeutschland seit der Wiedervereinigung. Das Bistum Dresden-Meißen wird mindestens zwölf Millionen Euro investieren und hofft, dass die Bauarbeiten nicht länger als zwei Jahre dauern. “2012 wollen wir rein“, hatte ein ehrgeiziger Propst Lothar Vierhock gegenüber der LVZ erklärt.
Auf gutem Wege sieht die Kirche auch die Finanzierung. Bei einer bundesweiten Kollekte aller katholischen Gemeinden sind mehr als zwei Millionen Euro für das Leipziger Vorhaben zusammengekommen. Eine Million Euro steuerte das Bonifatiuswerk bei. Dieser kirchliche Verein wurde zur Unterstützung der Katholiken in der Diaspora gegründet. Hinzu kommen 900.000 Euro, die zusammen von 3700 Einzelspendern aufgebracht wurden.
Der Neubau ist notwendig geworden, weil die derzeitige, aus dem Jahr 1980 stammende Propsteikirche in der Emil-Fuchs-Straße schwere Baumängel aufweist. Das Gebäude wurde als nicht mehr sanierungsfähig eingestuft. Die erste Trinitatiskirche wurde 1943 bei einem Bombenangriff schwer beschädigt und später abgerissen. Die Propsteigemeinde besteht seit 1710 und hat aktuell 4000 Mitglieder. In ganz Leipzig gibt es 21.000 Katholiken.
© LVZ-Online, 17.03.2010, 11:57 Uhr