Leipzig. An der Handelshochschule Leipzig (HHL) werden am
Wochenende die weltweit besten Verhandler gesucht. Zwölf Studenten-Teams treten
am Freitag und Sonnabend zur „Weltmeisterschaft
in Verhandlungsführung“ gegeneinander an und zeigen, wer die besten Konditionen
für sich herausholt.
In vier Runden messen sich die Kontrahenten untereinander.
Dabei erhalten sie Fallstudien mit bestimmten Szenarien, zum Beispiel die
Vertragsverhandlungen zwischen Fußballprofi und Verein. „Es gilt dann, den
Vertrag jeweils optimal auszugestalten“, so Organisator Michael Römer. „Es gibt
immer Informationen, die nur die andere Seite hat, jeder muss also versuchen,
für sein Team das Beste herauszuholen.“ Der Sieger-Mannschaft winkt am Ende ein
Pokal.
Wer dabei am meisten Geschick beweist, entscheidet eine
Jury, der neben einem Rechtsanwalt und zwei Professoren unter anderem der
ehemalige Sächsische Ministerpräsident Kurt Biedenkopf angehört. Das Finale
wird am Sonnabend ab 17 Uhr im Bundesverwaltungsgericht ausgetragen. Zuschauer
sind dazu willkommen, so die Veranstalter, die aber darauf hinweisen, dass
sämtliche Verhandlungen in Englisch geführt werden.
Die zwölf Mannschaften, die unter anderem aus den USA, Frankreich,
Indien und Dänemark kommen, wurden von den Organisatoren nach vorheriger
Bewerbung ausgewählt. Laut Römer zählten dabei vor allem Erfahrung in der
Verhandlungsführung und Berufspraxis. Für die HHL treten Studenten des MBA-Programms
an, die neben ihrem Teilzeit-Studium bereits in der Wirtschaft tätig sind.
Seit 2007 findet der Wettkampf jährlich an der Handelshochschule statt. „Das
Ganze ist aus einer Idee mit der Harvard Law School entstanden“, so Römer. Ziel
sei es, neben dem Wettbewerb auch die Stadt Leipzig zu präsentieren. So findet
nur die erste Runde auf dem innerstädtischen Hochschulcampus in der
Katharinenstraße statt. Die weiteren Verhandlungen werden im Zentralstadion,
der Moritzbastei, der Oper und schließlich im Bundesverwaltungsgericht
ausgetragen.