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Kinowelt verlagert Firmensitz von Leipzig nach Berlin – Umzug Mitte 2011
maf/nöß/dpa
Foto: Wolfgang Zeyen
Leipzig. Das Medienunternehmen Kinowelt verlagert seinen Firmensitz Mitte 2011 von Leipzig nach Berlin. Das bestätigte das Unternehmen am Donnerstag. Ausschlaggebend dafür seien strategische Gründe, hieß es. "Wir wollen in den nächsten Jahren weiter wachsen und zum größten unabhängigen Filmanbieter in Deutschland werden. Die Medienmetropole Berlin ist dafür der beste Standort", so Kinowelt-Sprecher Martin Wieandt gegenüber LVZ-Online.
Bereits im Dezember 2009 war bekannt geworden, dass die französische Canal-Plus-Gruppe als Besitzer von Kinowelt einen Umzug prüfe. Konkrete Pläne, den Standort in der Messestadt aufzugeben, hatte das Unternehmen nach eigenen Angaben damals jedoch nicht.
In Leipzig beschäftigt Kinowelt derzeit knapp 130 Mitarbeiter. Ihnen werde angeboten, ebenfalls mit in die Hauptstadt zu wechseln. Wie viele sich dafür entscheiden, sei jedoch derzeit jedoch noch offen, so Wieandt. Neben Berlin war auch München als neuer Standort im Gespräch. "Die Voraussetzungen dort wären aufgrund der Vielzahl an Medienunternehmen und Dienstleistern sogar noch besser", erklärte der Kinowelt-Sprecher. Die geringere Entfernung zu Leipzig habe mit Rücksicht auf die Belegschaft jedoch den Ausschlag für den Umzug an die Spree gegeben.
"Es ist keine Entscheidung gegen Leipzig, sondern für Berlin", betonte Wieandt. Zu möglichen Differenzen mit der Stadt wollte
er sich nicht äußern. Der derzeitige Firmensitz in der Karl-Tauchnitz-Straße soll im
zweiten Quartal 2011 geschlossen werden. Eine Außenstelle in Leipzig sei in Zukunft nicht
geplant.
Uwe Albrecht, Bürgermeister für Wirtschaft und Arbeit, drückte sein Bedauern über die Standortverlagerung aus: „Wir haben Kinowelt, als sie am Boden lag, gemeinsam mit der Sparkasse Leipzig nach Leipzig geholt. Das Unternehmen hat hier hervorragende Bedingungen vorgefunden, ist gesundet und hat sich ausgezeichnet entwickelt.“ Dem französischen Gesellschafter Canal Plus seien zuvor auch weitere Fördermöglichkeiten angeboten worden. Die aktuelle Entscheidung zeige, dass sich Leipzig nicht nur in Europa sondern auch deutschlandweit in einem harten Standortwettbewerb befinde.
Der Umzug ist erst im nächsten Jahr möglich, weil die Eigentümer eine Standortgarantie abgegeben hatten. Das Unternehmen gehört seit 2008 zum französischen Bezahlsender Canal Plus und sitzt seit 2003 in Leipzig. Das Vorgängerunternehmen Kinowelt Medien AG in München war 2001 Pleite gegangen. Sein Filmdepot und Geschäftsanteile ehemaliger Tochtergesellschaften bildeten die Basis der Leipziger Neugründung. Kinowelt ist nach eigenen Angaben einer der größten DVD-Anbieter und mit einer Bibliothek von 7000 Titeln einer der bedeutendsten Filmverleiher in Deutschland.
© LVZ-Online, 11.03.2010, 18:15 Uhr