Leipzig. Der denkmalgeschützte „Bowlingtreff" am Wilhelm-Leuschner-Platz soll wiedereröffnet werden. Die Kulturstiftung Leipzig plant, das 23 Jahre alte Haus zu mieten und zu bewirtschaften. Cafés und Vereinsräume sollen einziehen, auch Bowlingkugeln sollen wieder rollen. Diesen Vorschlag wird Bürgermeister Uwe Albrecht (CDU) am Montag dem Grundstücksverkehrsausschuss unterbreiten. Die Stiftung hatte sich um einen Erbbaupachtvertrag für den 1987 eröffneten Freizeittreff beworben. Seit 1997 steht das Baudenkmal leer.
Das Gebäude wurde 2009 als „bemerkenswertes Beispiel postmoderner DDR-Architektur der 80er Jahre" unter Denkmalschutz gestellt. In den letzten 13 Jahren blieb es geschlossen, die Innenräume wurden durch eindringendes Wasser und Vandalismus beschädigt. Die Instandsetzung soll etwa 3,8 Millionen Euro kosten.
Das Gebäude am Ring galt einst bei den Leipzigern als kleines Schmuckstück. Als Teil einer ehemaligen Industrieanlage wandelte es sich nach dreizehn Monaten Bauzeit in ein Freizeitcenter und wurde im Juli 1987 eröffnet. Leipziger Bürger hatten mit 40.000 Arbeitsstunden beim Umbau geholfen. Zur Eröffnung gab es 14 Bowlingbahnen und 310 Gaststättenplätze. Das Personal umfaßte zu damaligen Zeiten 130 Angestellte.
Nach der Wende wurde die hochräumig angelegte Bowlinghalle umgestaltet, es kamen Spielautomaten und Billardtische hinzu. Die Betreibergesellschaft Alpha Land hatte das Gebäude 1993 von der Stadt gepachtet mit dem Ziel, ein attraktives Sport- und Freizeitcenter zu schaffen. 1997 hat sich Alpha Land aus dem Geschäft wieder zurückgezogen, der stadtbekannte Bowling-Treff musste schließen.