Leipzig. Die Stadt Leipzig und die Internet-Firma Unister sind nach ihrem Spitzentreffen am Montagvormittag bemüht, einen Kompromiss im Streit um den Firmenneubau zu finden. Im Neuen Rathaus waren Oberbürgermeister Burkhard Jung, Baubürgermeister Martin zur Nedden (beide SPD), Unister-Chef Thomas Wagner und die Architekten des Unister-Neubaus vom Leipziger Büro Luka Kalkof zusammengekommen.
Demnach werden die Architekten bis Ende der Woche einen überarbeiteten Entwurf einreichen. In dem Zusammenhang bot Jung erneut an, die geplanten Wohnanteile des Neubaus zu Gunsten der benötigten Bürofläche zu verringern, heißt es in einer Mitteilung der Stadtverwaltung.
Die Rathausspitze versprach ihrerseits eine schnelle Prüfung durch den Fachausschuss Stadtentwicklung und Bau. Jung sichert zu, das Vorhaben „prioritär zu behandeln und eine zügige Abwicklung im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu gewährleisten", hieß es in einer Mitteilung des Stadt.
Auslöser des Streits zwischen der Rathausspitze und dem Unternehmen ist der geplante Neubau der Firmenzentrale am Brühl. Die 40-Millionen-Euro-Investition liegt seit Monaten auf Eis. Grund ist der Wunsch des Unternehmens, bei dem Neubau an der Goethestraße/Ecke Brühl ein zusätzliches Stockwerk zu errichten, das 200 weiteren Mitarbeitern Platz bieten soll. Die Stadt lehnt ein 36,8 Meter hohes Bauwerk an der Stelle ab, weil es sich nicht in die Umgebung einfügen würde.
Wie die Stadtverwaltung weiter mitteilte, habe Jung in dem Gespräch deutlich gemacht, dass der Erhalt und die Schaffung von Arbeitsplätzen für die Stadt sehr hohe Priorität habe. Deshalb sei man auch weiterhin bereit, ungeachtet persönlicher Angriffe und unsachlicher Behauptungen das Flächenproblem der Firma Unister lösen zu helfen. Jung betonte: „Mit dem Fassadenwettbewerb war eine Lösung gefunden, für die wir gern schon längst eine Baugenehmigung erteilt hätten."