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Zwei Geständnisse im KWL-Skandal
dpa
Leipzig/Dresden. In die Ermittlungen um den Millionen-Skandal bei den Leipziger Wasserwerke KWL ist Bewegung gekommen. Zwei unter dem Vorwurf der Bestechung verhaftete Manager des Finanzdienstleisters Value Partners haben Geständnisse abgelegt. „Was ihnen vorgeworfen wird, haben sie eingeräumt“, sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Dresden am Donnerstag. Weitere Einzelheiten nannte er nicht.
Die beiden Manager waren nach ihrer Verhaftung in Baden-Württemberg Anfang April nach Sachsen gebracht worden. Einer der beiden sei am Mittwoch unter Auflagen aus der Untersuchungshaft freigelassen worden. Weiterhin in Haft sitzt neben dem Finanzmanager der Ex-KWL-Geschäftsführer Klaus Heiniger.
Den KWL und damit der Stadt Leipzig drohen Forderungen aus geplatzten Finanzdeals von bis zu 290 Millionen Euro von den beteiligten Banken - darunter die Schweizer Großbank UBS.
Die Value Partners-Manager sollen Heininger für den Abschluss riskanter Spekulationsgeschäfte mit der UBS drei Millionen US-Dollar gezahlt haben. Die hochspekulativen Abschlüsse (CDO) hatten die inzwischen gefeuerten KWL-Geschäftsführer Heininger und Andreas Schirmer 2006 und 2007 an den Aufsichtsgremien vorbei eingefädelt und damit die KWL zum Kredit-Versicherer gemacht. Vermittler waren die beiden Value Partners-Berater. Nach früheren Angaben der Holding LVV für die kommunalen Unternehmen bekamen die Vermittler 28 Millionen US-Dollar.
UBS und die Stadt Leipzig haben sich gegenseitig verklagt. Leipzig will die Verträge für unwirksam erklären lassen. UBS will ihre Wirksamkeit vor Gericht bestätigt wissen. Inzwischen sind bei den KWL auch erste Forderungen eingegangen. Nach 84 Millionen Euro vor einigen Wochen, waren es am Dienstag nochmals rund 50 Millionen Euro. KWL und Stadt weigern sich indessen zu zahlen. Dazu gibt es einen Stadtratsbeschluss.
© LVZ-Online, 06.05.2010, 18:26 Uhr