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Zwei weitere Festnahmen im KWL-Skandal - Bestechungsvorwürfe gegen Firma Value Partners
Jens Rometsch
Foto: André Kempner
Der Firmensitz der Kommunalen Wasserwerke in Leipzig.
Leipzig. Im Finanzskandal der Kommunalen Wasserwerke Leipzig (KWL) gab es weitere Verhaftungen. Bei den Beratern Jürgen Blatz und Berthold Senf klickten die Handschellen, weil sie Ex-KWL-Chef Klaus Heininger mit drei Millionen US-Dollar bestochen haben sollen.
Wie die sächsische Generalstaatsanwaltschaft am Donnertsag bestätigte, wurden Blatz und Senf bereits am Mittwoch in Baden-Württemberg verhaftet. In ihren Wohnhäusern in Heidelberg und Küssaberg-Dangstetten am Bodensee beschlagnahmten die Ermittler zudem Unterlagen. Die beiden 44-jährigen Manager der Schweizer Beratungsfirma Value Partners sollen in Kürze aus einer Haftanstalt in Baden-Württemberg nach Sachsen überführt werden, sagte Oberstaatsanwalt Wolfgang Klein. "Wir ermitteln gegen Blatz und Senf wegen Bestechung. Sie stehen im Verdacht, Herrn Heininger mit etwa drei Millionen US-Dollar bestochen zu haben."
Hintergrund sind riskante Finanzwetten, die durch Value Partners mit der UBS-Bank arrangiert wurden. Sie können die KWL nun bis zu 290 Millionen Euro kosten. Heininger, der die Deals ohne Genehmigung der Aufsichtsgremien abschloss, wurde am 26. Februar verhaftet. Gegen ihn ermittelt die Staatsanwaltschaft jetzt nicht mehr nur wegen Untreue, sondern auch wegen Bestechlichkeit und Steuerhinterziehung.
Blatz und Senf - von Letzterem ist kein Foto verfügbar - haben für die Anbahnung der KWL-Finanzwetten etwa 28 Millionen US-Dollar kassiert. Sie vermittelten schon früher internationale Leasing-Finanz-Geschäfte für die KWL und für die Leipziger Verkehrsbetriebe, strichen dabei ebenfalls Millionen-Provisionen ein. Als "falsch" bezeichnete Oberstaatsanwalt Klein jedoch Berichte, beide seien unlängst in den USA gewesen, um von einem Konto beim Finanzdienstleister Wilmington Trust mehrere Millionen Dollar aus dem Wasserwerke-Geschäft verschwinden zu lassen.
Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) sagte zu den Verhaftungen: "Das war zu erwarten. Es bekräftigt die Berechtigung unserer Klage." Josef Rahmen von der Stadtholding LVV lobte die Ermittler: "Durch ihr schnelles und konsequentes Handeln ist jetzt klar, wo die Motivation von Herrn Heininger lag."
© LVZ-Online, 18.03.2010, 16:32 Uhr