Mitteldeutschland
Tragödie in Delitzscher Pflegeheim: 81-Jährige stirbt nach Messerangriff ihres Ehemannes
Robert Nößler
Foto: André Kempner
Nach dem Messerangriff in einem Delitzscher Pflegeheim ist eine 81-jährige Frau an ihren schweren Verletzungen gestorben (Symbolfoto).
Delitzsch/Leipzig. Die 81-Jährige, die durch einen Messerangriff ihres Ehemannes in einem Delitzscher Pflegeheim verletzt wurde, ist verstorben. Wie die Leipziger Staatsanwaltschaft am Montag mitteilte, sei die Seniorin am Samstag in einem Krankenhaus ihren schweren Verletzungen erlegen. Gegen den Mann werde nun wegen eines Tötungsdeliktes ermittelt, sagte Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz.
Ein Haftbefehl erging vorerst nicht. Da keine Haftgründe vorliegen würden, sei auf die Beantragung verzichtet worden, so der Sprecher der Staatsanwaltschaft. „Fluchtgefahr kommt nicht in Betracht“, erklärte Schulz. Den Angaben
zufolge ist der 82-Jährige selbst schwer krank. Der Oberstaatsanwalt
sprach von einer möglichen „Verzweiflungstat“.
Der Übergriff hatte sich bereits am Donnerstagnachmittag vergangener Woche in dem Heim an der Ludwig-Jahn-Straße ereignet. Der 82-Jährige, der seine pflegebedürftige Frau regelmäßig besuchte, stach aus bislang unbekannten Gründen mit einem Messer auf die 81-Jährige ein. Anschließend stellte er sich dem Pflegepersonal. „Woher das Messer kam und wie viele Stiche es gab, ist Teil der derzeitigen Ermittlungen“, erklärte Schulz.
Die Staatsanwaltschaft ordnete eine Obduktion der Leiche an. Es solle geprüft werden, ob der Messerangriff die Todesursache war, so Schulz. Das Ehepaar war alleine in dem Zimmer, als sich der Übergriff ereignete. Weitere Zeugen für die Tat gebe es deshalb nicht.
© LVZ-Online, 20.02.2012, 11:58 Uhr