Badespaß
Leipzigs Freibäder laden wieder zum Wasservergnügen – neue Brücke am Schreberbad
Robert Nößler
Foto: Dirk Knofe
Freibad-Saison startet: Ab Samstag können die Leipziger wie hier im Schreberbad wieder das kühle Nass genießen.
Leipzig. Wenn Petrus mitspielt, steht einem Sprung ins kühle Nass am Sonnabend nichts entgegen: Zum Start in die Freibadsaison soll das Quecksilber bei Sonnenschein auf bis zu 24 Grad steigen – für das Schwimmvergnügen müssen die Leipziger ab diesem Jahr allerdings tiefer in die Tasche greifen.
Um 20 Cent steigt der Eintritt in den fünf Leipziger Einrichtungen, wie Sportbäder-Geschäftsführer Joachim Helwing am Freitag ankündigte. Ab sofort kostet ein Tagesticket für Erwachsene 3,70 Euro statt zuvor 3,50 Euro. Schüler, Studenten und Schwerbehinderte zahlen einen Euro weniger. „Das ist kein Billigangebot, das wissen wir“, sagte Helwing. „Aber wir hatten seit 2007 stabile Tarife, was uns nicht leicht gefallen ist. Und aus kaufmännischer Sicht müssen wir angesichts gestiegener Kosten und des gesunkenen Zuschusses durch die Stadt Leipzig nun die Preise anpassen.“
Mehr Freibad-Besucher durch neue Schreberbrücke erwartet
Vor den Toren des Schreberbads weihte Helwing am Freitag zusammen mit Sportbürgermeister Heiko Rosenthal (Linke) und Bauamtsleiterin Edeltraut Höfer die neue Schreberbrücke ein, die künftig einen leichteren Zugang zu Leipzigs beliebtestem Freibad ermöglicht. 40.000 Besucher kamen im vergangenen Jahr allein in die kleine, aber topmoderne Einrichtung im Zentrum-West – insgesamt waren es in ganz Leipzig 150.000. „Wir hoffen, dass wir mit der neuen Brücke in diesem Jahr noch eine Schippe drauf legen können“, meinte Bäderchef Helwing.
An dem knapp 20 Meter langen Bauwerk, das den Elstermühlgraben überspannt und in den Abendstunden beleuchtet werden kann, wurde rund eineinhalb Jahre lang gearbeitet. Rund 850.000 Euro kostete die neue Zufahrt, die nicht nur für Fußgänger und Radfahrer die Erreichbarkeit zum Schreberbad verbessert, wie Edeltraut Höfer erklärte. „Für Autofahrer steht nun auch ein neuer Parkplatz mit rund 40 Stellflächen zur Verfügung.“
Zum Saisonstart 20 Grad Wassertemperatur
Foto: Dirk Knofe
Die Schreberbrücke ermöglicht künftig einen leichteren Zugang zu Leipzigs beliebtestem Freibad.
Dass die neue Schreberbrücke auch ein wichtiger Baustein im Wasserkonzept der Stadt Leipzig sei, hob Sportbürgereister Rosenthal hervor. „Die Brücke ist das Eingangstor in Richtung Stadthafen und spielt eine wichtige Rolle beim Kurs 1.“ Die neue Wasserstraße soll die Leipziger Innenstadt mit dem Neuseenland verbinden und beim sogenannten Tag Blau am 11. Juli offiziell eröffnet werden. „Ich denke, dass wir damit ein großes Stück weiterkommen in Richtung Wasserstadt Leipzig“, meinte Rosenthal. Profitieren könnte davon auch das Schreberbad. „Künftig können die Gäste auch mit dem Boot zu uns kommen“, so Helwing mit einem Augenzwinken.
Das Wasser im Schreberbad ist schon eingelassen – derzeit hat es rund 20 Grad. Auch in drei der fünf anderen Leipziger Freibäder ist alles angerichtet, damit am Samstag, 10 Uhr, die Sommersaison starten kann. So bekam das Sommerbad Kleinzschocher einen neuen Beckenanstrich, im Ökobad Lindenthal wurde eine Ausbesserung der Stege vorgenommen und im Schönfelder Bad ein neues Durchschreitebecken und Filteranlagen eingebaut. Insgesamt wurden rund 50.000 Euro zur Instandhaltung benötigt. „Alles ist zur Eröffnung 1a fertig“, freute sich Bäderbetriebs-Leiter Martin Gräfe.
Sommerbad Südost öffnet später
Erst in drei Wochen öffnet jedoch das Sommerbad Südost. Da sich der Stadtrat mit einer Entscheidung über die Zukunft der Einrichtung bis April Zeit gelassen hatte, konnte die Vorbereitung dort nur mit Verspätung starten.
Ursprünglich hatte die Kommune geplant, das besucherschwächste der fünf Leipziger Bäder zu schließen, war dann aber doch von ihren Plänen abgerückt. „Wir sind froh, das Sommerbad Südost Anfang Juni eröffnen zu können“ betonte Gräfe. Neben einem neuen Beckenanstrich muss dort derzeit auch eine Erneuerung der Sanitäranlage vorgenommen werden – dreiste Kupferdiebe hatten über den Winter alle Leitungen gestohlen.
© LVZ-Online, 13.05.2011, 15:11 Uhr