Leipzig. Die Pleite der isländischen Kaupthing-Bank trifft nicht nur in- und ausländische Banken, sondern zahlreiche öffentliche Institutionen. Laut einer Liste der Gläubiger, die der Leipziger Volkszeitung vorliegt, haben auch die Deutsche Welthungerhilfe und der Bauindustrieverband Sachsen/Sachsen-Anhalt größere Summen in nicht gesicherten Anleihen angelegt.
Der Aufstellung zufolge hat allein die Deutsche Welthungerhilfe umgerechnet rund 570 000 Euro in Island angelegt. Die Organisation erklärte auf Anfrage der Zeitung, dass nicht der Verein, sondern die Stiftung Welthungerhilfe im Jahr 2005 Anleihen im Wert von damals 497 000 Euro erworben hat. „Es wurden keine Spendengelder angelegt", zitiert das Blatt Klaus Ritsche, kaufmännischer Leiter der Welthungerhilfe. Die Stiftung hat nach Angaben von Ritsche die Anlage bereits 2008 wertberichtigt. „Kaupthing war der schlimmste Fall, den wir hatten, dennoch haben wir 2008 ein positives Finanzergebnis erzielt."
Insgesamt haben Gläubiger aus 119 Ländern 28 167 Forderungen im Umfang von umgerechnet 43,3 Milliarden Euro bei der isländischen Bank angemeldet, davon der Großteil aus Deutschland. An der Spitze steht die Deutsche Bank mit einem Forderungsvolumen von 5,7 Milliarden Euro. Dabei handle es sich vor allem um Ansprüche von Kunden der Großbank, berichtet das Blatt unter Berufung auf Finanzkreise.
Zu den Kaupthing-Gläubigern zählen dem Bericht zufolge auch die Volksbank Löbau-Zittau und der Landesverband Sachsen des Christlichen Vereins Junger Männer (CVJM).