Wirtschaft
PC-Ware-Vorstand will Betriebsergebnis verdreifachen
dpa
Foto: André Kempner
Der Standort der Firma PC-Ware im Gewerbegebiet Heiterblick in Leipzig.
Leipzig. Der Leipziger Konzern PC-Ware ist nach Angaben der Unternehmensleitung gut in das Geschäftsjahr 2010/11 gestartet. Der IT-Dienstleister steigerte im ersten Quartal seine Einnahmen und erzielte - anders als von April bis Juni 2009 - einen Gewinn. Der Vorstand sieht darin einen Erfolg des Konzernumbaus, den er nach seinem Amtsantritt im vergangenen Sommer eingeleitet hatte.
"Das ist ein sehr gutes Quartal gewesen", bilanzierte Finanzvorstand Thomas Reich (43). Der Konzern erreichte einen Umsatz von 226,5 Millionen Euro, rund zehn Millionen Euro mehr als in den ersten drei Monaten 2009/10. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg von minus 4,7 Millionen Euro auf plus 4,4 Millionen Euro und liege damit über dem Plan, sagte Reich.
Der Finanzvorstand zeigte sich deshalb optimistisch, dass PC-Ware im gesamten Geschäftsjahr das Ebitda - also das Betriebsergebnis - mehr als verdreifachen und das Ziel von knapp 18 Millionen Euro erreichen werde. "Wir sehen jetzt die Ergebnisse der Restrukturierung." Entscheidend werde zwar die Entwicklung im wichtigen dritten Quartal (Oktober bis Dezember) sein. "Wir sind aber zuversichtlich."
Mit den Ergebnissen habe sich auch die Stimmung innerhalb von PC-Ware gebessert, sagte Konzernchef Klaus Elsbacher (54). Der Umbau des Konzerns hatte die Belegschaft verunsichert. Der Vorstand schloss Abteilungen und veränderte die Organisation. Mitarbeiter wurden entlassen, Führungskräfte verließen das Unternehmen, neues Personal wurde eingestellt, die Beschäftigtenzahl blieb in etwa auf Vorjahresniveau - auch wenn 21 Stellen noch unbesetzt sind. Aber der Vorstand habe keine externen Manager geholt, sondern den Konzernumbau mit den eigenen Mitarbeitern durchgezogen, sagte Reich. Auch das habe Vertrauen in der Belegschaft geschaffen.
PC-Ware verdient sein Geld in 27 Ländern in den Geschäftsfeldern Rechenzentren und Software-Lizenzierung. Das Unternehmen habe überall noch "ausreichend Raum" für Wachstum, sagte Elsbacher. Der Vorstand wolle darüber hinaus neue Märkte erschließen und schaue sich dafür nach Übernahmekandidaten um. Nähere Angaben dazu machte der Konzernchef nicht.
Hauptgesellschafter der Aktiengesellschaft ist Raiffeisen Informatik. Die Österreicher stockten ihren Anteil mittlerweile auf mehr als 95 Prozent auf. Ein Squeeze-Out - das rechtlich zulässige Herausdrängen der restlichen Aktionäre ab dieser Grenze - werde angestrebt, sagte eine Sprecherin, ohne weitere Angaben zu machen.
Markus Werning
© LVZ-Online, 28.07.2010, 23:48 Uhr