Wirtschaft
Lufthansa: Über Ausdünnung der Strecke Leipzig-Frankfurt wurde noch nicht entschieden
Frank Johannsen
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Die Lufthansa hat Kritik der Leipziger FDP-Stadtratsfraktion zurückgewiesen, sie wolle die Strecke nach Frankfurt ausdünnen. (Symbolbild)
Leipzig. Die Lufthansa hat Kritik der Leipziger FDP-Stadtratsfraktion zurückgewiesen, sie wolle die Strecke nach Frankfurt ausdünnen. „Das ganze ist noch nicht entschieden“, sagte Lufthansa-Sprecher Wolfgang Weber am Dienstag gegenüber LVZ-Online. Die Strecke Leipzig–Frankfurt werde aber „bis weit in den Sommerflugplan“ hinein wie bisher von verschiedenen Maschinen bedient werden. Sicher sagen lasse sich das derzeit aber nur für die Zeit bis 20. Mai. Für die Zeit danach sei die Planung noch nicht abgeschlossen.
Die FDP-Stadtratsfraktion hatte am Montag kritisiert, dass die Lufthansa ihre Kapazität auf der Strecke Leipzig–Frankfurt offenbar reduzieren will. Laut Online-Flugplan der Lufthansa sind ab 21. Mai nur noch Maschinen des Typs Bombardier CRJ-700 mit nur 70 Plätzen eingeplant. Bisher setzt die Lufthansa diesen Typ nur bei einem der fünf Flüge am Tag ein, bei den anderen vier Verbindungen kommen Boeing 737 und Airbus A319 mit bis zu 140 Plätzen zum Einsatz. Das wäre eine Reduzierung der Platzkapazität um mehr als 40 Prozent, rechnete Reik Hesselbarth, Vorsitzender der FDP-Stadtratsfraktion, vor. „Für die Entwicklung des Standorts Leipzig wäre dies ein echter Rückschlag“, sagte er. Seine Fraktion hat daher eine Anfrage an den Oberbürgermeister gestellt, was die Verwaltung dagegen unternehmen wolle.
Laut Online-Flugplan will die Lufthansa ab 21. Mai aber nicht nur das Fluggerät wechseln. Alle Frankfurt-Flüge sollen dann von der Tochter Lufthansa City Line bedient werden. Bisher stellt die Lufthansa vier der fünf Maschinen auf der Strecke noch selbst und setzt die Tochter nur bei einem Flug am Tag ein. Mit der Abgabe der Strecke an die Tochter würde die Lufthansa Leipzig künftig nicht mehr selbst anfliegen: Die Strecken nach München und Düsseldorf werden bereits von den Töchtern City Line und Eurowings sowie dem Kooperationspartner Augsburg Airways bedient – ebenfalls mit Maschinen mit weniger als 100 Sitzplätzen.
Konzentration der 70-Sitzer in Frankfurt
„Dabei muss es aber nicht bleiben. Das ist noch nicht unumstößlich und kann sich noch ändern“, sagte Weber mit Blick auf die Frankfurt-Strecke. „Die genaue Planung für die zweite Hälfte des Sommerflugplans läuft noch. Wir können deshalb noch nicht genau sagen, mit welchem Flieger wir dann fliegen werden.“
In der Tat konzentriere die Lufthansa aber gerade ihre Flotte an 70-Sitzern in Frankfurt. „Die ganze CRJ-700-Flotte wird in Frankfurt konzentriert und von dort gezielt schwach ausgelastete Strecken bedienen“, sagte er. „Das muss aber nicht immer Leipzig sein.“ Wo die kleinen Maschinen eingesetzt würden, hänge am Ende von der Buchungslage ab. „Wenn wir sehen, dass auf einer Strecke die Buchungslage besser ist, werden wir auch größere Maschine einsetzen – und umgekehrt. Wir können dann auch kurzfristig tauschen. Da ist nichts in Stein gemeißelt.“
Er gehe daher nicht davon aus, dass Leipzig künftig nur noch von kleinen Maschinen angesteuert werde. Zur derzeitigen Auslastung der Strecke Leipzig–Frankfurt machte Weber auf Nachfrage aber keine Angaben.
© LVZ-Online, 14.02.2012, 20:49 Uhr