Wirtschaft

Millionen-Verlust trotz steigenden Absatzes: Leipzigs Gasimporteur VNG schreibt rote Zahlen

Blick auf die Konzernzentrale der Verbundnetz Gas AG (VNG) in Leipzig.   Foto: dpa Blick auf die Konzernzentrale der Verbundnetz Gas AG (VNG) in Leipzig (Archivfoto)
Leipzig. Trotz eines deutlichen Umsatz- und Absatzwachstums ist Deutschlands drittgrößter Gasimporteur VNG (Leipzig) tief in die roten Zahlen gerutscht. In der Konzernbilanz 2011 steht ein Jahresfehlbetrag von 211 Millionen Euro, wie der Vorstandsvorsitzende Karsten Heuchert am Donnerstag in Leipzig mitteilte. Im Jahr 2011 hatte es noch einen Überschuss von 69 Millionen Euro im Konzern und 59 Millionen Euro bei der VNG AG gegeben. 2012 werde das Unternehmen voraussichtlich wieder in die Gewinnzone kommen, kündigte Heuchert an.

Der Jahresabsatz wuchs um 14,4 Prozent auf 286 Milliarden Kilowattstunden. Der Konzernumsatz stieg um 30 Prozent auf 8,2 Milliarden Euro. Ins Minus geriet VNG, weil das Unternehmen draufzahlen musste: Im Jahr 2011 habe der Einkaufspreis für Erdgas aus den langfristigen Lieferverträgen über den Marktpreisen gelegen, sagte Heuchert. In Europa gebe es ein erhebliches Überangebot an Erdgas. Die Entwicklung sei vor ein paar Jahren so noch nicht absehbar gewesen.

Es liefen aber Preisverhandlungen mit den Lieferpartnern, sagte Heuchert. Mit dem russischen Partner Gazprom sei bereits eine Einigung erzielt worden. Mit anderen Partnern werde vor Schiedsgerichten verhandelt. Einzelheiten nannte Heuchert nicht. „Die Einigung ist so, dass wir einen positiven Ausblick für 2012 geben“, sagte er. Das Jahresergebnis werde voraussichtlich wieder auf das Niveau von 2010 kommen. VNG bezieht 29 Prozent seines Erdgases aus Russland, 17 Prozent aus Norwegen und 13 Prozent von deutschen Produzenten. 41 Prozent werden mittlerweile auf den Spot- und Terminmärkten gekauft.

Für die Anteilseigner gibt es für 2011 keine Dividende. Am stärksten dürften davon die Kommunen betroffen sein, die über die Beteiligungsgesellschaft VUB 25,79 Prozent an der VNG halten. Die Wintershall Holding besitzt 15,79 und Gazprom Germania 10,52 Prozent. Der Oldenburger Energieversorger EWE hält 47,9 Prozent. EWE will seine Anteile an den Energieriesen EnBW abgeben. EnBW hat daran momentan aber kein Interesse.