Wirtschaft
Wintershall will mit Leipziger Verbundnetz Gas stärker zusammenarbeiten
LVZ
Leipzig. Die BASF-Tochter Wintershall will mit der Leipziger Verbundnetz Gas (VNG) bei Exploration und Förderung von Gasvorkommen in Norwegen stärker kooperieren. "Wir unterstützen die VNG und haben bereits mehrere Projekte angeschoben", sagte Wintershall-Chef Rainer Seele der "Leipziger Volkszeitung". "Das wir und die Gazprom Germania gemeinsam an Verbundnetz Gas beteiligt sind, ist doch für die VNG nur von Vorteil. Dadurch hat sie zwei große Produzenten als Mitgesellschafter, die alles tun werden, damit sich das Unternehmen in der Gasförderung gut entwickelt."
Der Wintershall-Manager, der zugleich Aufsichtsratschef des größten ostdeutschen Unternehmens ist, sagte weiter, dass die VNG für die Wintershall eine wichtige Beteiligung sei. Die BASF-Tochter betrachte die Leipziger als ein vollkommen unabhängiges Unternehmen. Gespräche seitens der Gesellschafter mit der EnBW, die in Leipzig einsteigen will, gebe es nicht. Die Übernahme des VNG-Anteils von GDF Suez durch Gazprom Germania, der jetzt von der Hauptversammlung abgesegnet worden ist, begrüßte Seele allerdings: "Wir sind jetzt auf einem Weg zu einer stabilen Aktionärsstruktur bei der VNG. Die Position der an der VNG beteiligten Kommunen ist gestärkt, was für ein Unternehmen, das in der Region verwurzelt ist, enorm wichtig ist."
Unter den Gesellschaftern der VNG war es in der Vergangenheit zu erheblichen Streitigkeiten gekommen. Die Oldenburger EWE, die rund 48 Prozent an der VNG besitzt, will ihren Anteil an die EnBW verkaufen. Die Karlsruher streben aber eine Führungsrolle in Leipzig an, was von den anderen Gesellschaftern abgelehnt wird. Die VNG ist der größte Gasversorger in den neuen Bundesländern und machte 2008 einen Umsatz von 5,8 Milliarden Euro.
© LVZ-Online, 04.03.2010, 20:28 Uhr