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Deutscher Feuerwehrtag Leipzig

Autokorso krönt rot-blaue Woche: Tausende säumen die Umzugsstrecke

Leipzig. Über 230 Feuerwehrfahrzeuge aus neun Jahrzehnten samt Personal haben am Sonntag mit einem großen Umzug durch die Innenstadt unter dem Motto „Alarm-Corso Leipzig 2010“ eine für die Messestadt überaus ereignisreiche Woche beschlossen. In 16 Bildern wurde von „Nostalgie in Rot 1920–1939“ bis hin zu den aktuellen Modellen ein anschaulicher Überblick des Feuerwehrwesens eines knappen Jahrhunderts geboten.

Putzalarm vor dem Alarm-Corso auf der Festwiese vor dem Zentralstadion: Überall wird gewienert, geputzt, mit glänzenden Augen die Fahrzeuge nebenan bestaunt. Mit dabei auch Manfred Reuter und seine Mannen von der Freiwilligen Feuerwehr Gaschwitz. Ihr Opel, Baujahr 1928, ist das älteste Fahrzeug aus dem Großraum Leipzig bei der Parade. „Selbstverständlich sind wir hier dabei“, sagt Reuter stolz. Bis 1966 habe der Wagen noch Dienst getan. „Als er verschrottet werden sollte, haben die Kameraden zweieinhalb Tonnen Schrott sozusagen als Ersatz gesammelt“, blickt der 57-jährige Wehrleiter zurück. Vor dem Museum konnte er später nur durch den vorherigen Ausbau wichtiger Teile „gerettet“ werden. „Mangelnder musealer Wert“, war dem Fahrzeug nach der Aktion beschieden worden. Die 14 Mitglieder der dann gegründeten Arbeitsgemeinschaft Feuerwehrhistorik Gaschwitz machten den Oldtimer wieder flott und kümmern sich noch heute um ihn. „Vor dem Corso mussten wir nur noch ein kleines bisschen an der Zündung werkeln“, so der historisch Uniformierte, bevor er sich auf den knapp zweistündigen Umzug begibt.

FOTOSTRECKEN


„Wahnsinn, das erleben wir nicht noch mal!“ oder „Eins schicker als das andere“, heißt es später am Straßenrand angesichts des riesig-langen Feuerwehr-Lindwurms. Tausende Fans, aber auch zufällig vorbeikommende Passanten säumen die Corso-Strecke, ohne Fotoapparat ist man schnell ein Außenseiter. Die vielleicht umfassendste jemals in Deutschland gezeigte Zusammenstellung historischer wie aktueller Feuerwehr-Fahrzeuge wird von Leipzigs Branddirektor Karl-Heinz Schneider mit Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) auf dem Beifahrersitz angeführt.

Ein nicht enden wollendes Gehupe und Geklingele sowie Sirenen und kakophones Tatütata unterschiedlichster Couleur sorgten zum krönenden Abschluss einer denkwürdigen rot-blauen Woche nicht nur für entsprechende Phonzahlen, sondern erinnerten zugleich daran, dass der nächste Deutsche Feuerwehrtag erst in zehn Jahren stattfindet.

Martin Pelzl
 
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